Misstrauische Männer werden durch Oxytocin vertrauensseliger
Das “Kuschelhormon” Oxytocin macht gewisse Männer vertrauensseliger. Eine neue Studie der Universität Zürich zeigt, dass der Botenstoff das Vertrauen bei Männern erhöht, die von Natur aus wenig vertrauen. Seit über 20 Jahren ist umstritten, ob Oxytocin das Vertrauen stärke, wie die Universität Zürich (UZH) am Mittwoch mitteilte. Die neue Studie liefere nun belastbare Evidenz für eine selektive Wirkung.
Für die neue Untersuchung, die in der Fachzeitschrift “Pnas” veröffentlicht wurde, rekrutierte das Forschungsteam 359 Männer, die zuvor als wenig vertrauensbereit eingestuft worden waren. Die Forschenden aus Zürich, Magdeburg und Antwerpen beschränkten die Studie auf Männer, um die Resultate mit früheren Untersuchungen vergleichen zu können. Die Teilnehmenden erhielten per Zufallsprinzip entweder Oxytocin oder ein Placebo. Danach nahmen sie an einem anonymen Vertrauensspiel teil, bei dem sie entschieden, wie viel Geld sie einer unbekannten Person anvertrauen.
Die Auswertung zeigte, dass Männer mit geringer Vertrauensbereitschaft unter dem Einfluss von Oxytocin ihrem Gegenüber rund 15 Prozent mehr Geld anvertrauten als die Vergleichsgruppe mit dem Placebo. Die biologischen Mechanismen hinter diesem Effekt bleiben ungeklärt. “Möglicherweise erhöht das Hormon die Erwartung, dass andere kooperieren”, wurde Studienleiter Ernst Fehr zitiert. Ebenso könnte Oxytocin die Angst verringern, von anderen betrogen zu werden. Künftige Studien sollen untersuchen, ob die Resultate auch für Frauen gelten.
(S E R V I C E – Fachartikelnummer DOI: 10.1073/pnas.2602655123)