Musikfestival Styriarte – Auslastung 2026 bei 94 Prozent

27.07.2026 • 13:58 Uhr
Musikfestival Styriarte - Auslastung 2026 bei 94 Prozent

Das Musikfestival Styriarte 2026 hat in seiner 41. Ausgabe eine beeindruckende Gesamtauslastung von 94 Prozent erzielt. Am Montag – einen Tag nach dem Ende des Festivals – hat Intendant Mathis Huber die Bilanz vorgelegt. Zu den Veranstaltungen seit dem 26. Juni sind demnach 30.537 Gäste gekommen. Das diesjährige Festival stand unter dem Motto “Lichtspiele”. 2027 will man es ab dem 25. Juni unter dem Motto “Phantastisch!” stattfinden lassen, kündigte Huber an.

Am Sonntagabend ist die Styriarte mit einem bewegenden “De Profundis”-Abend unter der musikalischen Leitung von Jordi Savall in der Helmut List-Halle zu Ende gegangen. Die Auslastung insgesamt lag bei 94 Prozent, “das haben wir ehrlich gesagt auch noch nie erlebt”, freute sich Huber, der üblicherweise mit einer Auslastung um die 90 Prozent rechnet.

Kontrapunkt zu trüben Nachrichten

Aus den Publikumsreaktionen leite er ab, dass die Gäste das Programm als “Kontrapunkt zu den täglich trüben Nachrichten” verstanden hätten. “Das war auch unsere Intention”, so Huber. Zum anderen werde “der Weg der Öffnung zu allen Genres” von Klezmer und Tango bis zur Alten Musik, Mahler und Pärt belohnt. “Wir haben so viel Zustimmung erfahren und nahezu kein negatives Feedback bekommen. Die unterschiedlichen Formate werden für die Besucher zwar riskanter, aber offenbar auch beglückender, weil es immer wieder etwas Neues gibt. Uns wird beim Planen jedenfalls auch nie fad”, so Huber.

Dafür sorgen alleine schon die ungewöhnlichen Aufführungsorte wie beispielsweise am Sonntag das Schöckl-Plateau zu Sonnenaufgang mit einem neuen Stück von Maria Gstättner mit dem Alphornquartett Grünspan und Holzwurm. An die 250 Personen waren der Einladung gefolgt, manche brachen bereits gegen 3 Uhr von der Talstation der Seilbahn auf, um rechtzeitig dabei zu sein, wie Huber schilderte.

Vorstellungen eingeschoben

Statt der innerhalb von vier Wochen geplanten 65 habe es 72 Vorstellungen gegeben, weil einige intensiv nachgefragt waren und Einschiebetermine tatsächlich noch möglich waren, berichtete Huber. Dazu gehörten etwa das Mozart-Requiem unter Michael Hofstetter mit dem Arnold Schönberg Chor und dem Styriarte Festspiel-Orchester oder auch das Zauberflöten-Konzert mit anschließendem Picknick mit Musik im Park von Schloss Eggenberg. Stark nachgefragt war auch der Eröffnungsparcours “Einleuchten” in den speziell beleuchteten Räumen des Palais Attems mit Musik von Vivaldi, Franz Schubert und vielen mehr.

Den eingeschlagenen Weg in die stilistische Breite will Huber fortsetzen. Dazu hat die Styriarte zusätzlich zum bewährten Organisationsteam für 2027 eine ganze Reihe weiterer Kuratorinnen und Kuratoren eingeladen, die neue Impulse mitbringen. Der Arbeitstitel für 2027 lautet “Phantastisch!”. “Es ist schon einigermaßen fertig konzipiert, am 25. Juni 2027 geht es wieder los”, kündigte Huber an.

Kreativität auf allen Ebenen gefragt

Wie es mit der Finanzierung des Festivals weitergehe, ist noch ungewiss: “Vonseiten des Landes Steiermark ist die Finanzierung des Dreijahresvertrags für 2026 und 2027 zugesagt, für 2028 steht sie noch zur Diskussion”, so Huber, der jedenfalls auf die Kreativität und Neugierde aller vertraut: “Die erschwerten Bedingungen sind jedenfalls nicht zu ignorieren. Wir müssen einfach Konzepte entwickeln, die funktionieren und nicht lamentieren”, zeigte sich der Intendant unverzagt.

(S E R V IC E – Acht Konzerte wurden vom ORF Radio aufgezeichnet. Die Klangwolke mit Gustav Mahlers 2. Sinfonie mit dem Styriarte Youth Orchestra unter Mai-Ann Chen ist bis 16. August noch auf ORF ON abrufbar. )