Nach Eni und IP: Auch Q8 begrenzt Spritpreise in Italien

Nach Eni und IP will nun auch der Tankstellenkonzern Q8 die Kraftstoffpreise in Italien begrenzen. Das Unternehmen folgt damit einem Appell der italienischen Regierung an die Energiebranche, angesichts der hohen Preise bei Benzin und Diesel für Entlastung zu sorgen.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni begrüßte die Entscheidung. Sie dankte Kuwait und dem Konzern, der die Q8-Tankstellen in Italien betreibt, für die Annahme des Regierungsappells. Nach den Entscheidungen von Eni und Socar sei die Maßnahme von Q8 “ein weiteres wichtiges Zeichen der Aufmerksamkeit gegenüber den italienischen Familien”. Meloni macht laut Medienangaben Druck auf weitere Ölkonzerne.
Bei Eni gilt Höchstpreis von 1,99 Euro je Liter Benzin
Bei Eni gilt bereits ein Höchstpreis von 1,99 Euro je Liter Benzin und 2,19 Euro je Liter Diesel. Die Preisgrenzen sollen zunächst 30 Tage gelten. Eni erwägt, die Maßnahme bis Jahresende fortzuführen. Der Konzern verwies zur Begründung auf die anhaltenden geopolitischen Krisen und die dadurch hohen Kraftstoffkosten für Familien und Unternehmen. Am Montag bildeten sich in mehreren italienischen Städten Schlangen von Autos vor den Eni-Tankstellen, die die günstigeren Benzinpreise anbieten. Auch IP, das vom staatlichen aserbaidschanischen Energiekonzern Socar kontrolliert wird, hat eine Preisbegrenzung nach Enis Preisvorbild eingeführt.
Die Maßnahmen der Energieunternehmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die italienische Regierung ihre staatlichen Entlastungen für Kraftstoffe schrittweise zurückfährt. Die Verbrauchsteuer für Diesel war von 12,2 auf 6,1 Cent je Liter halbiert worden. Die Vergünstigung gilt noch bis zum 5. Oktober.
Frächter, Bauern und Taxi-Verbände protestieren gegen Spritpreise
Meloni bezeichnete die Preisbegrenzungen der Unternehmen als wichtigen Beitrag zur Entlastung der Verbraucher. Angesichts der hohen Spritkosten wächst allerdings gleichzeitig der Druck aus besonders betroffenen Branchen. Sizilianische Transportunternehmen haben für Mitte Oktober einen Streik angekündigt. “Wir werden mit unseren Lastwagen auf unseren Stellplätzen stehen bleiben, bis die Regierung uns Antworten gibt”, erklärte Salvatore Bella, Koordinator des Komitees der sizilianischen Spediteure. Auf Sizilien gibt es zudem Proteste von Landwirten. Auch Taxi-Verbände haben angesichts der hohen Kraftstoffpreise mit Streiks gedroht.