Frankreich verhängt nach Krawallen Ausgangssperren

19.10.2026 • 22:06 Uhr

Nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende haben die französischen Behörden am Montag in Teilen mehrerer Städte Ausgangssperren verhängt. Betroffen sind unter anderem Paris, Lille und Nizza. Die Pariser Polizei untersagte Proteste in bestimmten Vierteln ab 20.00 Uhr. Für die Umgebung des Place de la Republique und des Viertels Les Halles gelte ab 23.00 Uhr eine Ausgangssperre. Beide Maßnahmen sollen bis Dienstag um 06.00 Uhr in Kraft bleiben.

In Lille, Douai, Wattignies und Denain sowie im Zentrum von Nizza gelten nächtliche Ausgehverbote für Minderjährige. Marseille verbot Versammlungen und Demonstrationen.

Premierminister Sebastien Lecornu hatte eine flächendeckende Ausgangssperre für die Hauptstadt ausgeschlossen, nicht jedoch die Ausrufung des Notstands. Er sei absolut entschlossen, die Ordnung wiederherzustellen, sagte er. Bei den landesweiten Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten war es am Wochenende in mehreren Städten zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Randalierer plünderten Hunderte Geschäfte. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 2400 Personen festgenommen und fast 1000 Beamte verletzt. Französische Gewerkschaften haben zu neuen Demonstrationen am 5. November aufgerufen.

Auch der Bürgermeister von Nizza im Süden Frankreichs, Éric Ciotti, kündigte eine Ausgangssperre für Minderjährige von 21 Uhr bis 6 Uhr im Zentrum der Stadt an – dort, wo die schlimmsten Gewaltakte am Wochenende verübt worden seien. Laut Medien ist auch die Stadt Lyon von Beschränkungen betroffen.

Minister: 3.000 Geschäfte beschädigt

Mindestens 3.000 Geschäfte seien beschädigt oder geplündert worden, gab Handelsminister Serge Papin bekannt. Premierminister Lecornu betonte, dass das “Chaos” auf die Stadtzentren begrenzt sei. “Meine Entschlossenheit, die Ordnung wiederherzustellen, sie ist absolut”, sagte Lecornu. Er werde sämtliche Mittel, die der Regierung zur Verfügung stehen, einsetzen, wenn es nötig sei.