Nach Waldbrand bei Stift Rein – Forstarbeiter angezeigt

29.07.2026 • 11:47 Uhr
Nach Waldbrand bei Stift Rein - Forstarbeiter angezeigt

Nach dem großflächigen und lang anhaltenden Waldbrand nördlich von Graz im April und Mai 2026 hat die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen. Vier Waldarbeiter werden wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Rund 70 Hektar Waldfläche waren betroffen, der Gesamtschaden dürfte sich laut derzeitigen Schätzungen auf vier Millionen Euro belaufen, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Mittwoch mit.

17 Tage lang waren rund 2.500 Einsatzkräfte beim Waldbrand bei Stift Rein nördlich von Graz gegen die Flammen auf dem rund 100 Fußballfelder großen Forstgebiet in teils sehr steilem Gelände im Einsatz. Rund drei Monate nach dem bisher größten Feuerwehreinsatz in der Geschichte der Steiermark, hat die Polizei ihre Ermittlungen zur Brandursache weitgehend abgeschlossen. Demnach dürfte das Feuer auf eine fahrlässige Brandentstehung im Zuge von Forstarbeiten zurückzuführen sein. Hinweise auf ein Vorsatzdelikt oder eine Brandstiftung wurden nicht erhoben.

Feuerwehreinsatz nach Mittagspause

Die Ermittlungen ergaben, dass zum Zeitpunkt des Brandausbruches am 25. April 2026 eine Firma im Auftrag der Waldbesitzer mit Forstarbeiten beauftragt war. Vier Männer im Alter zwischen 22 und 49 Jahren waren damit beschäftigt, Jungbäume von Geäst zu befreien. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft Graz wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst (§ 170 StGB) angezeigt.

Das Feuer ist an einem Samstag ausgebrochen, als die vier Arbeiter unweit ihrer eigentlichen Arbeitsstelle im Schatten eine Mittagspause eingelegt hatten. Wanderer bemerkten das Feuer im Wald und alarmierten die Einsatzkräfte. Der Brand breitete sich aufgrund der hohen Trockenheit rasch auf rund 70 Hektar aus. Erst am 11. Mai wurde “Brand aus” gegeben.

Die Brandermittlung des Bundespolizeikommandos Graz-Umgebung konnte bei der Spurensicherung im Wald die Brandausbruchsstelle eingrenzen: Sie befindet sich im Bereich der zuletzt durchgeführten Waldarbeiten. Ein unbemerkter Funkenflug oder unsachgemäßer Umgang mit Zigaretten oder Tabakwaren könne den Ermittlungen zufolge als Brandursache nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Hinweise anderer Zündquellen wurden nicht gefunden, ein Blitzschlag sei als Brandursache definitiv auszuschließen. Die verdächtigen Arbeiter bestritten, den Brand verursacht zu haben.

Sachschaden und erhebliche Einsatzkosten

Neben dem Schaden am Waldbestand entstanden erhebliche Einsatzkosten für Einsatzorganisationen, Behörden und Ämter. Auch technische Einsatzmittel wurden bei den Löscharbeiten beschädigt. Der Gesamtschaden dürfte laut den Schätzungen bei rund vier Millionen Euro liegen. Drei Personen wurden im Rahmen des Einsatzes leicht verletzt.