Nach Zugspitze-Notfall nun Ermittlungen gegen Begleiter

05.11.2026 • 13:41 Uhr

Nachdem ein 21-jähriger Deutscher seine 17-jährige Begleiterin am Sonntag in Ehrwald in Tirol (Bezirk Reutte) bei einer nächtlichen Tour auf die Zugspitze dort allein zurückgelassen haben soll, ermittelt nun die Polizei. Die Tiroler Exekutive bestätigte gegenüber der APA am Donnerstag einen Bericht des “Spiegels”. Es liefen Erhebungen wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit gegen den Mann, so ein Sprecher.

Die beiden jungen Alpinisten aus Deutschland waren bei ihrer Bergtour aufgrund des Wetters in eine Notlage geraten. Die junge Frau und ihr 21-jähriger Begleiter hatten gegen 1.30 Uhr die Route über den Klettersteig “Stopselzieher” gewählt, offenbar um den Sonnenaufgang auf dem mit 2.962 Metern höchsten Berg Deutschlands an der Grenze zwischen Bayern und Tirol zu erleben. Auf rund 2.500 Metern Höhe versanken sie nach Polizeiangaben jedoch teilweise im kniehohen Schnee.

Tour bei minus 12 Grad und Schneefall

Die Temperatur lag bei minus zwölf Grad, zudem schneite es, berichtete ein Bergretter gegenüber der dpa. Ein Weitergehen erschien beiden schließlich als zu gefährlich. Sie trennten sich, wobei der Mann aus Bayern laut Polizei abstieg und die 17-Jährige aus Baden-Württemberg den Notruf wählte. Eine Bergung per Hubschrauber war aufgrund der Witterungsverhältnisse zunächst nicht möglich, darum gingen sieben Bergretter aus Ehrwald von der Bergstation Zugspitzbahn talwärts los. Die junge Frau wurde schließlich doch von der Besatzung eines Polizeihubschraubers geborgen und ins Klinikum Garmisch gebracht. Sie blieb unverletzt und konnte das Spital nach einer Erstuntersuchung wieder verlassen.

Nun ermittelt die Tiroler Polizei. Nach Ende der Erhebungen ergehe ein Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft, wie auch die “Tiroler Tageszeitung” berichtete. Die Behörde entscheide dann darüber, ob ein strafrechtliches Fehlverhalten des 21-Jährigen vorlag.