Nationalfeiertag mit “Bundesheer zum Anfassen”
Das Bundesheer präsentiert sich am Nationalfeiertag wieder mit einem umfassenden Programm am Wiener Heldenplatz. “Ein Bundesheer wahrlich zum Anfassen”, kündigte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch an. Neben der Leistungsschau finde eine “wirklich große Angelobung” mit 1.200 Rekruten statt. Am Montag, den 26. Oktober, steht allerdings nicht nur das Bundesheer im Mittelpunkt. Auch Politik und Justiz öffnen ihre Türen.
Der am Nationalfeiertag gefeierte Beschluss der Neutralität bestimme nach wie vor die österreichische Identität mit, betonte Tanner beim Pressetermin. Es sei aber auch ein Tag, “an dem wir uns bewusst machen sollten, dass Frieden und Sicherheit keine Selbstverständlichkeit sind.” Die Welt sei zunehmend von Unsicherheit geprägt, Österreich müsse sich verteidigen können, hob die Ministerin die Bedeutung des Bundesheers hervor. Die Soldatinnen und Soldaten würden für jene Werte einstehen, auf denen die Republik aufbaut. “Genau deshalb gehört das österreichische Bundesheer untrennbar zum Nationalfeiertag.”
Rund um den Nationalfeiertag sollen daher dessen Leistungen und Weiterentwicklung sowie die Menschen hinter den Uniformen sichtbar werden, so die Verteidigungsministerin. Schon am Samstag und Sonntag soll es am Heldenplatz und beim Burgtheater eine Leistungsschau in kompakterer Form geben, erklärte der Militärkommandant von Wien, Christian Habersatter.
Kranzniederlegung, Angelobung und Leistungsschau
Am Nationalfeiertag am Montag starte das Bundesheer dann um 9 Uhr mit einer Liveübertragung vom Heldenplatz, das Signal wird den Medien zur Verfügung gestellt. Nach Kranzniederlegungen durch den Bundespräsidenten, die Bundesregierung und Opferverbände sowie einem Überflug von Luftfahrzeugen findet dann die Angelobung statt. Bei der Leistungsschau zeigt das Bundesheer u. a. neue Fahrzeuge, schon am Mittwoch waren die Panzer Leopard und Ulan sowie ein Panzer mit dem Luftabwehr-System Skyranger vor Ort.
Mehr als 900 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbedienstete und Grundwehrdiener sollen am Montag für einen reibungslosen Ablauf sorgen, sagte Tanner. Vor allem junge Menschen will man vom Bundesheer begeistern. Das Programm umfasst daher auch einen Cyber-Escape-Room, einen Drohnenparcours und einen Kletterturm.
Auch der ORF, der am Nationalfeiertag u. a. eine “ZIB Spezial” zur Angelobung am Heldenplatz sendet, habe in Krisenzeiten große Bedeutung, sagte Generaldirektorin Ingrid Thurnher bei der Pressekonferenz. Er biete verlässliche Information, die Menschen schützen könne, sowie Orientierung, wenn die Unsicherheit besonders groß ist.
Offene Türen im Parlament und Kanzleramt
Auch etwas abseits des Heldenplatzes ist am Nationalfeiertag einiges los. Im Parlament lernen Interessierte bei Rundgängen etwa die Sitzungssäle sowie die Rampe des Parlaments kennen. Letztere ist sonst dem Bundespräsidenten und hochrangigen internationalen Gästen vorbehalten. In der Säulenhalle können Besucherinnen und Besucher außerdem mit Mandatarinnen und Mandataren aller Fraktionen ins Gespräch kommen.
Das Bundeskanzleramt zeigt seine Repräsentationsräume und wartet mit einem “Meet and Greet” mit Bundeskanzler Christian Stocker, Kanzleramtsministerin Claudia Bauer und Staatssekretär Alexander Pröll (alle ÖVP) auf. Am Minoritenplatz daneben geöffnet sind das Frauen- und Wissenschaftsministerium sowie das Außenministerium. Bei Rundgängen durch die Repräsentationsräumlichkeiten der Präsidentschaftskanzlei können Interessierte einen Teil der Hofburg kennenlernen. Am Abend hält Bundespräsident Alexander Van der Bellen dann wie in jedem Jahr eine Rede.
Ebenso gibt es am Verwaltungsgerichtshof (VwGH) und am Verfassungsgerichtshof (VfGH) ein Nationalfeiertags-Programm. Am VfGH geben Präsident Christoph Grabenwarter, Vizepräsidentin Verena Madner und Verfassungsrichter Georg Lienbacher persönlich Auskunft über die Arbeit des Höchstgerichts.