“Naza”: Eine Anklage gegen Unmenschlichkeit

Es war der Aufreger der heurigen Filmfestspiele von Venedig und wurde am Ende mit dem Spezialpreis der Jury gewürdigt: Der Dokumentarfilm “Naza” von Yuval Abraham und Rachel Szor. Israels Generalstabschef Ejal Zamir kündigte rechtliche Schritte an, Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sprach von “antisemitischer Hetze”, die “aus unserer Mitte kommt”, und Kulturminister Miki Zohar kündigte an, dem Regieduo die Staatsbürgerschaft entziehen zu wollen.
Was die israelische Regierung und das Militär erzürnt: Die beiden Filmemacher haben ein Werk aus dem Herzen des Nahostkonflikts gedreht. Ihr Dokumentarfilm spielt überwiegend nachts auf den Dächern Tel Avivs. Gesprächspartner sind über drei Jahre hinweg 24 anonymisierte Geheimdienstoffiziere oder Soldaten Israels, die über die zivilen Opfer der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen sprechen.
Es geht um die Strategien im Angriff, eingerechnete “Kollateralschäden” und die Technologien der Überlegenheit. Die beiden israelischen Regiekräfte Yuval Abraham und Rachel Szor widmen sich in “Naza” erneut einem brennenden Thema ihrer Gesellschaft, nachdem sie zuvor im oscargekrönten “No Other Land” die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland unter die Lupe genommen hatten.
(S E R V I C E – )