Netflix veröffentlicht Doku über Costa-Concordia-Unglück

14.07.2026 • 08:30 Uhr
Netflix veröffentlicht Doku über Costa-Concordia-Unglück

14 Jahre nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der Insel Giglio in der Toskana widmet Netflix dem Schiffsunglück eine neue Dokumentation. Der 87-minütige Film “Costa Concordia: Albtraum auf See” (Originaltitel: “Shipwrecked: Nightmare at Sea”) des britischen Regisseurs James Rogan zeichnet die Ereignisse anhand bisher unveröffentlichter Archivaufnahmen, Handyvideos von Passagieren, Funkmitschnitten sowie Daten des Schiffsdatenschreibers nach.

Ergänzt wird die Rekonstruktion durch Aussagen von Überlebenden, Besatzungsmitgliedern und Einsatzkräften. Die Costa Concordia lief am Abend des 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen. Das Kreuzfahrtschiff hatte sich für den sogenannten “Inchino”, ein inoffizielles Vorbeifahrtsmanöver zur Begrüßung der Insel, von der vorgesehenen Route entfernt. Der Zusammenstoß riss ein rund 70 Meter langes Leck in den Rumpf. Das Schiff verlor den Antrieb, trieb manövrierunfähig und kenterte schließlich in Küstennähe.

Verspätete Anordnung zur Evakuierung

Wie in der Dokumentation berichtet wird, trugen insbesondere eine zu späte Anordnung der Evakuierung sowie die chaotische Räumung des Schiffes zur hohen Zahl der Opfer bei. Bei dem Unglück starben 32 Tausende Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden gerettet, unterstützt von Einsatzkräften und Bewohnern der Insel Giglio.

Ein Schwerpunkt der Dokumentation liegt auf dem damaligen Kapitän Francesco Schettino. Mithilfe der Aufzeichnungen des Schiffsdatenschreibers werden seine Entscheidungen vor und während des Unglücks nachgezeichnet. Schettino wurde später rechtskräftig zu 16 Jahren Haft wegen fahrlässigen Schiffbruchs, mehrfacher fahrlässiger Tötung und Verlassens des Schiffes verurteilt.

Zugleich geht die Dokumentation über die Verantwortung des Kapitäns hinaus. Sie thematisiert die auf Kreuzfahrtschiffen verbreitete Praxis des “Inchino”, die nach Ansicht der Filmemacher über Jahre geduldet wurde, sowie eine Reihe organisatorischer und sicherheitsrelevanter Fehlentscheidungen, die zum Ausmaß der Katastrophe beigetragen haben.