Neues “Team Austria” soll EU-Investitionen lenken

14.07.2026 • 15:30 Uhr
Neues "Team Austria" soll EU-Investitionen lenken

Im Außenministerium ist am Dienstag das neue “Team Austria” präsentiert worden. Es bündelt Förder-, Finanzierungs- und Beratungsinstrumente für die EU-Investitionsstrategie “Global Gateway”. Diese sei eine “ganz klare und selbstbewusste, strategische Antwort auf die neue Weltunordnung”, sagte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS). Als Koordinierungsstelle soll “Team Austria” Ansprechpartner für Unternehmen sein und österreichische Interessen vertreten.

Es handle sich um “die größte Investitionsoffensive, die die EU je gestartet hat”, sagte Meinl-Reisinger über “Global Gateway”. In der heutigen Welt brauche es starke Partnerschaften ohne Abhängigkeiten. Auch in Zukunft werde länderübergreifend gebaut werden, etwa an Stromnetzen. “Europa soll diese Aufträge gewinnen”, so die Ministerin. Am Ende sollen dann beide Seiten profitieren, Wertschöpfung, Wohlstand und Jobs entstehen. “Europa muss stärker werden”, betonte auch der EU-Kommissar für Internationale Partnerschaften, Jozef Síkela, bei der Präsentation.

Strategie für nachhaltige Infrastrukturprojekte

“Global Gateway” ist eine 2021 gestartete Investitions- und Partnerschaftsstrategie der Europäischen Union “für die Wachstumsmärkte der Welt”. Ziel ist, bis 2027 400 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen einzuholen. Damit sollen nachhaltige Infrastrukturprojekte erleichtert und die Wettbewerbsfähigkeit Europas gestärkt werden. Es geht um Vernetzung in den Bereichen Digitales, Energie, Verkehr, Gesundheit und Bildung.

Die EU-Kommission rief alle Mitgliedsstaaten zur Einrichtung eigener Teams auf. “Team Austria” wurde bereits im Dezember 2025 gegründet. In der österreichischen Pilotphase bis Ende 2026 liegt der Fokus auf erneuerbaren Energien und nachhaltiger Verkehrsinfrastruktur. Vorzeige-Projekt ist der sogenannte Südliche Wasserstoffkorridor. Dieser soll die Versorgung Österreichs mit grünem Wasserstoff sichern.

Die Koordinierung für das Projekt liegt im Außenministerium. Beteiligt sind außerdem das Finanz- und das Wirtschaftsressort, die Oesterreichische Kontrollbank, die Oesterreichische Entwicklungsbank, die Austrian Development Agency (ADA) und die Wirtschaftskammer.

“Mehrwert für beide Seiten”

EU-Kommissar Síkela sprach von den Herausforderungen der Gegenwart. Einige Großmächte nutzten Aggression, um ihren Einfluss geltend zu machen, andere den Handel. Europa möchte er mit den Investitionen widerstandsfähiger und weniger abhängig machen. Aber auch die Partnerländer würden profitieren. “Wir schaffen Mehrwert für beide Seiten”, sagte Síkela.

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) wünschte sich “Partnerschaften auf Augenhöhe”, verlässlich und mit Perspektive. Auch die Forschung könne ihren Teil zu “mehr Gerechtigkeit” und europäischer Souveränität beitragen. Elisabeth Zehetner (ÖVP), Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, betonte die ökonomischen Potenziale. Diplomatie und Handel seien dort erfolgreich, wo Infrastruktur entsteht. Österreich und seine Unternehmen müssten sich dabei einbringen.