Monarchistische PAM gewinnt Parlamentswahl in Marokko

24.09.2026 • 10:58 Uhr

Bei der Parlamentswahl in Marokko hat die monarchistische Partei PAM nach vorläufigen Ergebnissen die meisten Sitze gewonnen. Die Partei für Authentizität und Modernität sicherte sich demnach 97 von 395 Sitzen, gefolgt von den Mitte-Rechts-Parteien RNI und Istiqlal mit 66 beziehungsweise 65 Sitzen. Weil keine Partei eine absolute Mehrheit erlangte, beginnen in dem nordafrikanischen Land nun Koalitionsverhandlungen.

Die Wahlbeteiligung war nach offiziellen Angaben mit nur 38 Prozent so niedrig wie seit fast 20 Jahren nicht. Die Zahl bezieht sich allerdings nur auf die etwa 15,8 Millionen Wahlberechtigten, die sich vorab auch für die Wahl registrierten. Berücksichtigt man alle 26,7 Millionen Wahlberechtigten im Land, liegt die Beteiligung noch niedriger bei 22 Prozent.

Viele junge Menschen denken über Auswandern nach

Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in Marokko gelten als politikverdrossen, das Misstrauen in Parteien und öffentliche Institutionen ist groß. Die Arbeitslosigkeit ist unter den 15- bis 24-Jährigen mit 37 Prozent besonders hoch. Viele junge Menschen denken Umfragen zufolge darüber nach, das Land zu verlassen. Im Juli waren Zehntausende marokkanische Migranten in die spanische Exklave Ceuta gekommen.

Die Islamisten, die 2021 bei der Parlamentswahl eine krachende Niederlage erlitten, schafften eine starke Rückkehr. Die moderate islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), die zuvor 90 Prozent ihrer Mandate verloren hatte, gewann nach vorläufigen Ergebnissen 54 Sitze. Die Partei war nach den Aufständen ab 2011 in der Region ein Jahrzehnt lang an der Macht.

Marokko bereitet sich auf Fußball-WM 2030 vor

Marokko richtet 2030 zusammen mit Spanien und Portugal die Fußball-Weltmeisterschaft aus. Das Land treibt deshalb den Bau von Stadien, Flughäfen und anderer Infrastruktur voran.

Vor einem Jahr demonstrierten im Land Tausende vor allem junge Menschen gegen die öffentlichen Ausgaben, während überfällige Verbesserungen etwa bei Bildung und Gesundheit aus ihrer Sicht aufgeschoben werden. Bei den Protesten wurden Hunderte Menschen festgenommen, vereinzelt gab es Tote.