Nur vier von zehn Betrugsopfern gehen zur Polizei

20.08.2026 • 16:00 Uhr
Nur vier von zehn Betrugsopfern gehen zur Polizei

Zahlungsbetrug wird in Österreich oft nicht zur Anzeige gebracht. Das ergab eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Visa. Zwar gaben neun von zehn bisher nicht Betroffenen an, dass sie sich in einem solchen Fall an die Polizei wenden würden. Tatsächlich erstatteten aber nur vier von zehn tatsächlich Betroffenen (40 Prozent) Anzeige, nachdem sie durch eine Betrugsmasche Geld verloren hatten. Männer gehen laut den Ergebnissen der Umfrage deutlich häufiger zur Polizei als Frauen.

Jeder fünfte Befragte (21 Prozent) war bereits von einem Betrugsfall betroffen: Entweder erfolgte eine Zahlung ohne Zustimmung der Betroffenen, oder sie wurden durch Täuschung dazu verleitet, selbst Geld zu überweisen. Bei 27 Prozent der Betroffenen lag der Verlust beim schwerwiegendsten Vorfall bei bis zu 100 Euro, bei 21 Prozent zwischen 101 und 500 Euro. Rund jeder Sechste verlor mehr als 1.000 Euro. Mehr als drei Viertel der Konsumentinnen und Konsumenten haben in den vergangenen zwölf Monaten eine Zunahme von Betrugsversuchen ihnen gegenüber wahrgenommen. Bei den über 70-Jährigen teilen sogar mehr als neun von zehn diese Einschätzung.

Phishing als beliebte Betrugsmethode

Die häufigste Betrugsmethode ist Phishing. Mehr als die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher (52 Prozent) hat bereits gefälschte Nachrichten von angeblichen Lieferdiensten erhalten, 48 Prozent von angeblichen Banken oder Zahlungsdienstleistern. 37 Prozent haben Erfahrungen mit dem Enkeltrick oder Schocknachrichten gemacht, 30 Prozent mit Fake-Shops. Zu den neueren Formen gehört der Finanz- und Kryptowährungsbetrug: Knapp ein Viertel (23 Prozent) ist bereits auf ein betrügerisches Investmentangebot gestoßen, wobei Männer deutlich häufiger mit einem solchen Betrugsversuch konfrontiert waren als Frauen.

Wer Opfer eines Betrugsversuchs geworden ist, berichtet häufig anderen von dieser Erfahrung: Mehr als ein Drittel (35 Prozent) hat andere Personen gewarnt, Frauen deutlich häufiger als Männer. 32 Prozent geben an, schnell reagiert und den Schaden dadurch verhindert oder begrenzt zu haben. Gut ein Viertel (27 Prozent) änderte den Umfrageergebnissen zufolge Passwörter oder Zugangsdaten. Seltener wenden sich von Betrugsversuchen Betroffene an jene Stellen, die eingreifen könnten. Knapp ein Viertel (24 Prozent) meldete den Vorfall der betroffenen Plattform oder dem Unternehmen, ein Fünftel (20 Prozent) sicherte Beweise wie Screenshots, Nachrichten oder Zahlungsbelege. Die eigene Bank oder den Zahlungsdienstleister informierten demnach 18 Prozent.