Oberösterreich will Mühlkreisbahn übernehmen

20.03.2026 • 11:19 Uhr
Oberösterreich will Mühlkreisbahn übernehmen

Das Land Oberösterreich, der Bund und die ÖBB intensivieren ihre Verhandlungen über die Zukunft der Mühlkreisbahn. Ziel ist eine Übernahme durch das Land. Übernahmepläne für die Almtalbahn und die Hausruckbahn sind indes vom Tisch. Diese Verbindungen bleiben bei den ÖBB. Ihre Weiterführung ist bis 2033 gesichert. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding wurde am Freitag unterzeichnet.

Die Präsentation des ÖBB-Rahmenplans für 2025 bis 2030 hatte im Mai des Vorjahres in der oberösterreichischen Landespolitik für helle Aufregung gesorgt. Die ÖBB hatten angekündigt, eine Umstellung wenig ausgelasteter Regionalbahnen auf Busverkehr zu prüfen. In Oberösterreich standen damit Mühlkreis-, Hausruck- und Almtalbahn auf dem Prüfstand. Ein eventueller Busbetrieb war beim Land auf wenig Begeisterung gestoßen, man will die Verbindung auf der Schiene erhalten. Eine Übernahme der drei Bahnen stand im Raum.

Almtalbahn wird teilweise elektrifiziert

Ende Juli 2025 wurde mitgeteilt, dass ein Memorandum of Understanding ausgearbeitet werde, das nun am Freitag unterzeichnet wurde. Man stelle damit diese “drei Bahnen außer Streit”, sagte Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) in einer Pressekonferenz, es gebe für sie eine “Mobilitätsgarantie bis ins Jahr 2033”. Man habe sich dafür gemeinsam Investitionen vorgenommen.

Die Almtalbahn soll im dicht besiedelten Bereich zwischen Wels und Sattledt elektrifiziert werden, die Traunbrücke im Bereich Thalheim bei Wels erneuert werden. ÖBB-CEO Andreas Matthä ist zuversichtlich, dass die bisher mauen Fahrgastzahlen durch diese Attraktivierung steigen werden. Was die Abdeckung eines eventuellen Defizits angehe, verwies er auf die bestehende – nun bis 2033 verlängerte – Infrastrukturvereinbarung mit Zuzahlungsschlüssel zwischen Land, Bund und ÖBB.

Teil der Hausruckbahn könnte zeitweise als Bus verkehren

Beide Abschnitte der Hausruckbahn werden ebenfalls weiter von den ÖBB betrieben. Der nördliche Teil sei ohnehin nie zur Diskussion gestanden, weil er gut ausgelastet sei, so Matthä. Der südliche Teil soll ebenfalls weitergeführt werden. Sollten aber “sehr große Investitionen” nötig sein, die wegen der neuen Innkreisbahn “wenige Jahre später zum Wegschmeißen sind”, behalte man sich vor, vorübergehend auf Busse umzustellen, “bis die gesamtinfrastrukturelle Lösung für den Teil erledigt wird” – von der man sich dann jedenfalls eine “Beflügelung der Fahrgastzahlen” erhofft.

Was die Mühlkreisbahn angeht, werden hingegen die Verhandlungen über die angestrebte Übernahme durch das Land Oberösterreich beziehungsweise ein Unternehmen der OÖ Verkehrsholding intensiviert. Die infrastrukturellen, betrieblichen und rechtlichen Rahmenbedingungen würden geprüft, hieß es. Das Memorandum of Understanding dient als Anleitung für die weiteren Verhandlungen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Schnittstellen zur Regional-Stadtbahn Linz gelegt werden.

Bekenntnis zu “Mobilität der Zukunft”

Die Vereinbarung sei “ein starkes Bekenntnis zum Standort Oberösterreich und zur Mobilität der Zukunft”, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Man investiere gezielt in moderne Bahnverbindungen, “weil sie Lebensqualität sichern, Pendler entlasten und unseren Wirtschaftsraum stärken”. Für Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) ist die Erhaltung der Regionalbahnen die Grundvoraussetzung für eine “Mobilitätsvision der Zukunft, wo autonome Fahrzeuge die Menschen aus den Siedlungsgebieten zur Hauptachse, zur Bahn bringen”.