ÖH-Konzept soll Essen in Mensen dauerhaft günstiger machen

16.06.2026 • 12:11 Uhr

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) sieht bei den Mensen ein Preisproblem. Eine warme Mahlzeit koste dort im Schnitt sieben Euro, in Deutschland nur zwei bis vier. Seit dem Vorjahr gibt es hierzulande zwar bis zu zwei Euro Mensenbonus und ab Herbst können Mensen, die die Qualitätskriterien des Wissenschaftsressorts erfüllen, ein Menü um fünf Euro anbieten. Für nachhaltig günstige Preise brauche es aber eine “radikale Demokratisierung”, forderte die ÖH am Freitag.

Mensen seien öffentliche Infrastruktur zur Absicherung von Studierenden, wurde in den Unterlagen zum Pressegespräch betont. Die Studierendenvertretung könne derzeit bei Preisgestaltung und Angebot trotzdem kaum mitentscheiden – und das, obwohl die meisten Mensen von der Österreichischen Mensen-Betriebsgesellschaft m.b.H. (ÖMBG) unterhalten werden, die zu hundert Prozent der Republik gehört. Die finanzielle Entlastung durch die zusätzlichen Zuschüsse für das Fünf-Euro-Mensamenü müsse nun für einen “umfassenden Demokratisierungsprozess” und Umbau der ÖMBG genutzt werden, verlangte die Studierendenvertretung.

Standardmenü um drei Euro

Konkret soll künftig eine von Wissenschaftsministerium, Betriebsrat und ÖH beschickte Generalversammlung über deren Budget, Preispolitik, Nachhaltigkeit, strategische Ausrichtung und Geschäftsführung entscheiden. Außerdem sollen an den mehr als 45 ÖMBG-Standorten Mensenräte bei Speiseplan und Rahmenbedingungen mitbestimmen. Generell sollen an Hochschulen nur noch Betriebe Mensen führen dürfen, die nicht gewinnorientiert sind. Außerdem soll es an jedem Standort ein günstiges Standardmenü um drei Euro geben.

Laut Studierendensozialerhebung hatten zuletzt sechs von zehn Studierenden ein Einkommen unter der Armutsgrenze, knapp 17 Prozent des Einkommens fließen im Schnitt in Lebensmittel.