Österreich gedachte der Opfer des Anschlags von Wien
Österreich hat am Montag der Opfer des Terroranschlags in der Wiener Innenstadt vor exakt sechs Jahren gedacht. Am Desider-Friedmann-Platz fand eine feierliche Veranstaltung mit Kranzniederlegung statt, an der unter anderem Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) teilnahmen. Bei dem Terrorakt eines islamistischen Einzeltäters waren 2020 neben dem Mann vier Personen getötet worden.
Babler erklärte bei der Veranstaltung, dass aus dem Gedenken auch Verantwortung erwachse. Mit der Modernisierung des Verbrechensopfergesetzes setze die Regierung konkrete Verbesserungen von höheren Entschädigungsleistungen bis zu mehr Unterstützung bei psychischen Belastungen um. Niemand könne erlittenes Leid ungeschehen machen, aber man könne dafür sorgen, dass niemand mit den Folgen eines Verbrechens allein gelassen werde.
Karner betont Weiterentwicklungen im Verfassungsschutz
Der furchtbare Anschlag sei der Beginn zahlreicher Weiterentwicklungen, sowohl in der Polizeiorganisation wie auch beim Verfassungsschutz gewesen, betonte Karner. Sein Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) rief dazu auf, die Werte zu verteidigen, “die uns ausmachen und verbinden” – nämlich Menschlichkeit, Solidarität und Zusammenhalt.
Für Ludwig haben die tragischen Ereignisse gezeigt, “wie stark wir als Stadtgemeinschaft sind und wie entschlossen wir Hass und Terror gemeinsam entgegentreten”. Die Antwort auf Terror und Gewalt müsse Zusammenhalt sein und ein klares Eintreten gegen Hass und Extremismus, unterstrich Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS).
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), der wegen einer Auslandsreise am Gedenken nicht teilnehmen konnte, schrieb in einer Aussendung, dass die freie Gesellschaft nicht selbstverständlich sei: “Wir müssen sie jeden Tag verteidigen. Wer sie angreift, trifft auf den vollen Widerstand unseres Rechtsstaats.”
Van der Bellen dankt auch Helfern
Von Bundespräsident Alexander Van der Bellen hieß es in einem Social Media-Posting, heute denke man an alle Opfer und all jene, die ihr Leben riskiert hätten, um andere zu schützen, und bis heute mit den physischen und psychischen Folgen leben müssten.
FPÖ-Chef Herbert Kickl erklärte, der heutige Tag gehöre dem Gedenken an die Opfer. Der Anschlag habe aber auch die gravierenden Schwachstellen im Umgang mit islamistischem Extremismus in Österreich offengelegt, die bis heute nicht gelöst worden seien.
Der Täter hatte am Allerseelen-Tag des Jahres 2020 unmittelbar vor einem Corona-Lockdown im Lokal-Viertel “Bermuda-Dreieck” vier Menschen getötet, mehr als ein Dutzend weitere Personen erlitten Schussverletzungen. Der 20-Jährige wurde im Rahmen des Polizeieinsatzes erschossen.