Waldbrände in Sibirien greifen weiter um sich

08.05.2022 • 15:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Waldbrände in Sibirien greifen weiter um sich

Immer mehr russische Regionen in Sibirien melden die Ausbreitung starker Waldbrände. In der Region Irkutsk am Baikalsee wüteten insgesamt 13 Brände auf einer Fläche von rund 700 Hektar, wie die Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets, Igor Kobsew, berichtete. In der gesamten Region gilt bereits seit Samstag der Notstand, zwei Menschen sind bei einem Feuer in einer Gartenanlage ums Leben gekommen.

Brände wurden auch aus den Regionen Kemerowo, Kurgan und Omsk gemeldet. Am angespanntesten ist die Lage nach wie vor in der Region Krasnojarsk. Dort sollen nach einem Bericht des Fernsehsenders NTW in der Ortschaft Gromadsk Häftlinge und Wachpersonal der örtlichen Gefängnisanstalt zu Löscharbeiten ausgerückt sein, weil die Feuerwehr überfordert gewesen sei. Insgesamt standen im Gebiet Krasnojarsk offiziellen Angaben zufolge zuletzt rund 1.000 Hektar Wald und Steppe in Flammen. Mehrere Ortschaften wurden bereits zerstört. Bisher wurden aus der Region sieben Todesopfer gemeldet.

Im Gebiet Omsk wurde unterdessen der Bürgermeister der Stadt Nasywajewsk, Viktor Lupinos, nach einem verheerenden Brand festgenommen. Dem Politiker wird vorgeworfen, Brandschutz und Feuerbekämpfung nicht ausreichend organisiert zu haben. Das Feuer soll bereits am Freitag rund 100 Häuser in der Stadt und den anliegenden Ortschaften vernichtet haben.

Offiziell sind in den betroffenen Regionen bisher zumindest zehn Menschen ums Leben gekommen. In der Region Krasnojarsk standen mehr als 450 Gebäude in Flammen. Bei dem Brand in Kemerowo wurde nach Behördenangaben eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Bei den Bränden in Krasnojarsk, unter anderem in einem Kindergarten und Sägewerken, werde davon ausgegangen, dass sie durch ungewöhnlich starke Winde ausgelöst wurden, erklärte der Gouverneur der Region, Alexander Uss, nach einer Krisensitzung. Durch die Böen seien Bäume und Stromleitungen umgestürzt. Infolgedessen “brachen in vielen Gebieten der Region Krasnojarsk mehrere Brände gleichzeitig aus”, sagte Uss.

Die starken Winde erschweren auch die Löscharbeiten und beschleunigten die Ausbreitung der Flammen, erklärte das Katastrophenschutzministerium von Krasnojarsk. Nach Behördenangaben waren hunderte Feuerwehrleute mit dutzenden Fahrzeugen im Einsatz. Für den Einsatz von Löschflugzeugen war es zu windig. Die örtlichen Behörden riefen für die Region den Notstand aus.

In einigen Gegenden wurden Windgeschwindigkeiten von 40 Metern pro Sekunde statt der vorhergesagten 25 Meter pro Sekunde erreicht. Der starke Wind werde voraussichtlich noch “mindestens vier bis sechs Stunden” anhalten, erklärte Gouverneur Uss. Die Behörden hätten benachbarte Gebiete um Hilfe gebeten. Diese werde jedoch “im besten Fall erst in einigen Stunden eintreffen”.

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