Oppositionspolitikerin Machado: “Rückkehr nach Venezuela”
Die venezolanische Oppositionelle und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach eigenen Angaben vom Sonntag nach knapp einem Jahr im Exil in ihr Heimatland zurückgekehrt. Machado war von der Präsidentschaftswahl 2024 ausgeschlossen worden und hatte später Venezuela verlassen. Die Rückkehr erfolgte offenbar ohne Absprache mit US-Präsident Donald Trump, der im Jänner Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro festnehmen und in die USA bringen hatte lassen.
“Ich bin hier. Bei euch”, schrieb die rechtsliberale Politikerin am Sonntag im Onlinedienst X. Ihr Verbündeter und früherer Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia bestätigte ihre Rückkehr und erklärte auf X, Machado befinde sich wieder “auf venezolanischem Boden”. Nähere Angaben zu den Umständen der Rückkehr machten beide zunächst nicht.
“Heute ist ein sehr wichtiger Tag für die Venezolaner”, erklärte González Urrutia zu Machados Ankunft. Es bewege ihn zutiefst, dass “unsere Anführerin” wieder im Land sei. Machados Presseteam teilte mit, nach ihrer Heimkehr habe die Politikerin bereits an einer Veranstaltung im Bundesstaat Lara rund 400 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt teilgenommen. Dazu wurden Bilder von Machado, umringt von Anhängern, verbreitet.
Erst am Donnerstag hatten tausende Menschen in Venezuela Machados Rückkehr gefordert. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich rund 2.000 Demonstranten und verlangten auf Plakaten auch die Abhaltung von Wahlen. Weitere Menschen demonstrierten im westlichen Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien.
Machado war 2024 von Präsidentschaftswahl ausgeschlossen worden
Der Oberste Gerichtshof Venezuelas hatte Machado 2024 von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen. Die Behörden erklärten später Nicolás Maduro zum Sieger der von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl. Die Opposition und weite Teile der internationalen Gemeinschaft erkannten das Ergebnis nicht an.
Machado hatte Venezuela Ende 2025 trotz eines Ausreiseverbots der damaligen Maduro-Regierung heimlich verlassen, um den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen. Zuvor hatte sie mehr als ein Jahr lang überwiegend im Untergrund gelebt. Bei einer gefährlichen Bootsfahrt während ihrer Flucht brach sie sich nach Angaben ihrer Sprecherin einen Wirbel. Zur eigentlichen Preisverleihung am 10. Dezember 2025 in Norwegens Hauptstadt Oslo traf sie zu spät ein; ihre Tochter nahm die prestigeträchtige Auszeichnung stellvertretend entgegen.
Die Oppositionspolitikerin setzt sich seit Jahren für einen politischen Machtwechsel in Venezuela ein. Sie erklärte im Juni, sie wolle in ihr lateinamerikanisches Heimatland zurückkehren, um den Überlebenden zweier verheerender Erdbeben zu helfen. Dabei waren mindestens 6.500 Menschen ums Leben gekommen, Tausende gelten als vermisst.
Machado überreichte Medaille des Friedensnobelpreises an Trump
International umstritten war, dass Machado am 16. Jänner 2026 im Weißen Haus ihre Friedensnobelpreis-Medaille an US-Präsident Trump überreichte, der die Auszeichnung zuvor wiederholt für sich reklamiert hatte. Trump machte sich in der Folge aber offenbar dennoch nicht dafür stark, dass Machado in ihrem Land eine führende Rolle übernimmt.
Die aktuelle Rückkehr könnte sogar zu Spannungen mit der US-Regierung führen. Trump erklärte, er habe von Machados Einreise nichts gewusst und hoffe, dass sie in Sicherheit sei. Er unterstützt die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, die frühere Stellvertreterin des im Jänner entmachteten Präsidenten Maduro. Dieser wurde im Jänner bei einem US-Militäreinsatz in Caracas gefangen genommen und in die USA gebracht, wo ihm im kommenden Jahr unter anderem wegen Drogenhandels der Prozess gemacht werden soll. Machado lobte den riskanten US-Einsatz. Seither führt allerdings Rodríguez als Übergangspräsidentin die Regierung in Caracas.
Vereitelte Trump bisher Rückkehr Machados?
Zuletzt lebte Machado im Exil in Panama. Nach Angaben aus ihrer Partei Vente Venezuela wurde sie mindestens sieben Mal an einer Rückkehr in ihr Heimatland gehindert. Da Trump sich wiederholt zufrieden über Rodríguez’ Amtsführung geäußert hatte, gehen viele Beobachter davon aus, dass Washington bei der bisherigen Vereitelung von Machados Heimkehr eine Rolle spielte.
Ende August begannen Vertreter ihrer Regierung und der Opposition Gespräche über die politische Zukunft des Landes. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, Präsidentschaftswahlen abzuhalten. Machado war an den Gesprächen nicht beteiligt.
Rückkehr wenige Wochen nach umstrittenem Öl-Deal
Die Rückkehr erfolgt wenige Wochen nach einem umstrittenen Öl-Deal der USA in Venezuela. Trump lobte zuletzt Vereinbarungen zur Ölförderung und andere Geschäfte von US-Unternehmen in Venezuela. Er sagte im September, es sei noch zu früh für demokratische Wahlen in dem Land. Machado betonte dagegen, nur eine ernsthafte, demokratische Regierung biete die nötige Stabilität für Investoren. US-Regierungsvertreter baten sie demnach, ihre Reise zu verschieben.