Pakistans Ex-Premier Imran Khan kurzzeitig im Krankenhaus

21.08.2026 • 11:57 Uhr
Pakistans Ex-Premier Imran Khan kurzzeitig im Krankenhaus

Trotz monatelanger Sorgen seiner Familie und Ärzte ist der inhaftierte pakistanische Ex-Premierminister Imran Khan nur kurz in einem Krankenhaus untersucht worden. Nach einem Gerichtsbeschluss sei der 73-Jährige in der Nacht von Ärzten begutachtet worden, teilte der pakistanische Informationsminister, Attaullah Tarar, auf X mit. Khan wurde allerdings bereits am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) wieder zurück ins Gefängnis gebracht, was die Familie scharf kritisierte.

Mit der lediglich kurzzeitigen Untersuchung in einem Regierungskrankenhaus widersetze sich die Regierung den Anforderungen des Gerichtsbeschlusses, kritisierte seine Schwester Uzma Khan in einer Stellungnahme. Die Anordnung hatte einen längerfristigen Krankenhausaufenthalt vorgesehen.

Imran Khan wurde seit seiner Inhaftierung vor drei Jahren nicht mehr öffentlich gesehen. Seit Monaten gibt es Spekulationen und Gerüchte um den Gesundheitszustand des ehemaligen Ministerpräsidenten und Cricket-Stars. Ein Team aus Ärzten habe Khan für medizinisch gesund erklärt, hieß es von Tarar nun weiter. Seine Schwester kritisierte dagegen, dass Khan nicht ausreichend untersucht worden sei.

Khan sieht sich als Justizopfer

Der beliebte Politiker der Oppositionspartei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) war 2022 in einem Misstrauensvotum abgesetzt worden. Seit August 2023 sitzt Khan nach einem Schuldspruch wegen Korruption in Haft. Er bestreitet die Vorwürfe und sieht sich als Opfer einer für politische Zwecke missbrauchten Justiz.

In der Vorwoche hatten Ärzte Khan im Gefängnis untersucht und hohen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Angstzustände festgestellt. Zuvor hatten seine Familie und seine Partei wiederholt erklärt, dass Khan sein Augenlicht teilweise verloren habe.

Khan war nach dem Ende seiner Cricket-Karriere in die Politik eingestiegen. Von 2018 bis 2022 war er Premierminister des Landes mit mehr als 240 Millionen Einwohnern und galt vor allem bei jüngeren Menschen als sehr beliebt, die sich kaum im politischen System des Landes repräsentiert fühlten. Seine Partei verliert seit seiner Verurteilung an Bedeutung. Sie hält lediglich in einer Provinz des Landes noch eine Regierungsmehrheit.