Papst sieht Missbrauch zuvörderst als Problem Einzelner

29.09.2026 • 00:03 Uhr
Papst sieht Missbrauch zuvörderst als Problem Einzelner

Papst Leo XIV. will den Begriff eines systemischen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche vermeiden. Es gebe zwar einige Organisationen innerhalb der Kirche, die “zuweilen – wenn man so will” als System missbräuchlich gehandelt haben, so der Papst am Montagabend laut Kathpress vor Journalisten auf dem Rückflug von seiner Frankreich-Reise nach Rom. “Aber ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden: Sexueller Missbrauch ist in erster Linie ein menschliches Problem.”

“Wenn so etwas passiert – gerade innerhalb der Kirche, kommt tatsächlich noch eine ganz andere Dimension hinzu, weil das Glaubensleben der Menschen tief verwundet und manchmal sogar zerstört wird”, sagte Leo XIV. an Bord der Maschine zwischen Metz und Rom. Daher trage die Kirche eine besondere Verantwortung, die Betroffenen zu begleiten und ihnen zu helfen, Heilung zu finden.

Persönliches Treffen mit Betroffenen in Frankreich: Kirche will Heilung begleiten

Papst Leo XIV. äußerte sich auf eine Frage nach einem Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch römisch-katholische Geistliche in Frankreich. Am Sonntagabend hatte das Kirchenoberhaupt im Wallfahrtsort Lourdes mit sieben Betroffenen persönlich gesprochen. Er habe seine Gesprächspartner dabei gebeten, “mir dabei zu helfen, anderen Opfern die Bereitschaft von mir persönlich und der Kirche zu vermitteln, ihnen zuzuhören und sie auf ihrem Weg der Heilung zu begleiten, wobei wir den Schmerz anerkennen, der in ihrem Leben durch Missbrauchsfälle verursacht wurde”, so der Papst.

In diesem Zusammenhang habe er auch mit ihnen darüber gesprochen, dass die Kirche in gewisser Weise als verantwortlich angesehen wird. “Aber gleichzeitig, so glaube ich, ist ein wichtiger Teil, ihnen zu helfen, Heilung zu finden.”