Per Drohne ins Gefängnis: Drogenring in Frankreich enttarnt

Ermittler in Frankreich haben einen Drogenhändler-Ring enttarnt, der Häftlinge in einem Gefängnis mit Hilfe einer Drohne beliefert haben soll. Innerhalb von zwei Monaten seien in der Justizvollzugsanstalt von Villefranche-sur-Saône nahe Lyon mehr als 1.800 solcher Drogentransporte registriert worden, erklärte die Polizei am Dienstag. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, die sich ab dem Herbst vor Gericht verantworten müssen. Demnach wurden sie auf frischer Tat ertappt.
Im Zuge der Ermittlungen beschlagnahmten die Polizisten 500 Gramm Cannabis, 6.000 Euro Bargeld, ein Fahrzeug sowie die für die Lieferungen genutzte Drohne samt 18 Akkus. Die Lieferungen erfolgten demnach von zwei Startplätzen in der Umgebung des Gefängnisses aus. Die Gruppe sei “hochgradig organisiert” gewesen, erklärte die Polizei.
Starker Anstieg an registrierten Flügen
Im Jahr 2025 hatte die französische Gefängnisverwaltung rund 5.000 Überflüge oder Überflugversuche durch Drohnen registriert – 2024 waren es noch 800 gewesen. Der starke Anstieg hänge aber auch dem vermehrten Einsatz von Drohnendetektoren zusammen, hatte die Behörde der Nachrichtenagentur AFP im Jänner erklärt.
Ebenfalls im Jänner war ein 26-jähriger Mann – selbst ein ehemaliger Häftling – zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er ein ausgeklügeltes Netzwerk für Drohnenlieferungen an Gefangene in Nordfrankreich geleitet hatte. In diesem Fall waren die Bestellungen über den Onlinedienst Snapchat aufgegeben worden.