Personalabbau und Einsparungen bei Wirtschaftskammer Kärnten

Rückläufige Anfragen, stagnierende Einnahmen und ein Nachfrageeinbruch nach Kursen der Tochter Wifi haben die Kärntner Wirtschaftskammer ein millionenschweres Sparpaket schnüren lassen. Beim Wifi wurden im vergangenen Jahr 14 Stellen abgebaut, im Zentralbereich sollen heuer und 2027 über natürliche Abgänge fünf bis zehn Stellen wegfallen, außerdem wurden 2025 Bezirksstellen zusammengelegt. Bei einem Bilanz-Pressegespräch am Mittwoch wurden die Leistungen der Kammer betont.
Im abgelaufenen Jahr habe man 215.261 Leistungsstunden erbracht, eröffnete Präsident Jürgen Mandl das Gespräch. “Wenn man das mit einem Wert hinterlegt, sind das knapp 40,3 Mio. Euro.” Angesichts von Einnahmen von 37 Mio. Euro “ein deutlicher Mehrwert für unsere Unternehmen”, erklärte er. Ausführlich referierten die Verantwortlichen über die Leistungen der Kammer, von der Rechtsberatung über Lehrlingsausbildung bis zur Unterstützung für den Export und Lobbying bei der Politik, zuletzt bei der Koralmbahn, die einen Halt in Kühnsdorf mit Verladebahnhof bekommen hat. Mandl: “Da wird über Jahre lobbyiert, jetzt passiert’s.”
Positive Bewertungen aber weniger Anfragen
WK-Direktor Meinrad Höfferer betonte die guten Bewertungen, die die Kärntner Kammer erhalte. Bei 22 Prozent Rücklaufquote erhalte man durchschnittlich über die vergangenen drei Jahre die Schulnote 1,08. Bei den Serviceanfragen gab es ein Minus von 2,9 Prozent, die Nachfrage sei mit mehr als 51.000 dokumentierten Anfragen aber weiter sehr hoch, erklärte Jutta Steinkellner, die Leiterin des Servicezentrums. Am häufigsten gehe es um Arbeits- und Wirtschaftsrecht, stark gestiegen seien zuletzt die Anfragen zu Urheberrechtsverletzungen, auch dank KI und Bildersuche.
Laut Höfferer budgetiert die WK Kärnten heuer mit 36 Mio. Euro und einem ausgeglichenen Budget. Einsparungen in Höhe von einer Mio. Euro – man erhofft sich Synergieeffekte, etwa durch Zusammenarbeit von Sparten, gespart wird aber auch beim Marketing – sind eingearbeitet. Ohne Wifi hatte die Kärntner Wirtschaftskammer zum Jahresletzten einen Personalstand von 173 Vollzeitäquivalenten. Für Investitionen, etwa eine halbe Million Euro für ein neues Elektrolabor, nutzt man laut Höfferer Rücklagen. Die Kärntner Kammer verfüge über 28 Mio. Euro freie Rücklagen. 2025 wurden 1,4 Mio. Euro eingespart, beim Wifi noch einmal eine Million – nicht nur durch den Personalabbau, sondern etwa auch, weil das Kursbuch nicht mehr gedruckt wird.
Die Bezirksstellen Villach und Villach-Land bzw. Klagenfurt und Klagenfurt-Land wurden vergangenes Jahr zusammengelegt. Weitere Zusammenlegungen von Bezirksstellen schloss Mandl aus, ebenso Erhöhungen bei den Funktionären, die zuletzt für viel Wirbel gesorgt hatten. Angesprochen auf die Sparpläne der neuen WKÖ-Präsidentin Martha Schultz war Mandl um Distanzierung zur WKÖ bemüht.