Plansee-Umsatz 2025/2026 stieg auf 2,35 Mrd. Euro

07.07.2026 • 16:16 Uhr
Plansee-Umsatz 2025/2026 stieg auf 2,35 Mrd. Euro

Der international agierende Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee mit Stammsitz in Breitenwang bei Reutte in Tirol hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 ein Umsatzplus von vier Prozent einfahren können. Der Umsatz erhöhte sich demnach von 2,25 Mrd. im Geschäftsjahr 2024/2025 auf nunmehr 2,35 Mrd. Euro. Probleme bereitete und bereite aber der steigende Wolfram-Preis, auf den man jedoch reagiert habe, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Breitenwang.

Für die Plansee-Gruppe sei das mit Februar abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt “wie eine Navigation auf rauer See mit optimistischem Ausblick in die Zukunft gewesen”, sagte Vorstandsvorsitzender Karlheinz Wex und gab zu Protokoll: “Trotz anhaltender geopolitischer Herausforderungen war es aber eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte.” So habe man beispielsweise bei der Entwicklung der Absatzmärkte und den jeweiligen Umsatzanteilen eine Steigerung im Bereich Maschinenbau auf 25 Prozent und ein Plus auf 13 Prozent im Segment der Luft- und Raumfahrt verbuchen können. Sorge bereite hingegen nach wie vor der Automobil-Absatzmarkt, der auf 20 Prozent zurückging.

Auch hinsichtlich der Regionen, in denen Plansee seinen Umsatz erwirtschafte, gebe es Verschiebungen, so Wex. In Europa sei der Anteil etwa von 55 auf 54 Prozent zurückgegangen, während sich dieser in Asien um einen Prozentpunkt erhöht habe. In Amerika sei dieser wiederum gleich geblieben. “In Amerika waren es 2025/2026 26 Prozent, in Asien 20 Prozent”, berichte der Vorstandsvorsitzende. Diese leichten regionalen Umsatzverschiebungen trübten das Jahr 2025/2026 aber keinesfalls ein, sondern spiegelten vor allem die feste Verankerung der Plansee-Gruppe in Amerika und Asien.

Verknappung von Wolfram als Sorgenkind

Anlass zur Sorge gebe hingegen der explodierende Wolframpreis, der vor allem daraus resultiere, “dass China Netto-Importeur von Wolfram wird” und damit eine “Verknappung des Wolframangebotes im Westen” herbeiführt. Hier habe aber glücklicherweise die Plansee-Unternehmensstrategie gegriffen, die diesbezüglich auf “Recycling” und das “Sammeln von Wolframschrotten” basiere. “Wir konnten die Wolfram-Recyclingquote von 88 Prozent im Vorjahr auf nun 92 Prozent erhöhen”, führte Wex aus. Dass das notwendig sei, belegten sowohl Wolfram-Vorkommen als auch Abbau. “50 Prozent der Vorkommen sind in China, 80 Prozent des weltweiten Abbaus finden in China statt”, sagte der Vorstandsvorsitzende. Das bedeute im Wesentlichen, dass aktuell “die Welt von der Versorgung aus China abhängig ist.”

Erhöhte Eigenkapitalquote, steigende Mitarbeiterzahlen

Unterdessen wurde auch auf andere positive Unternehmenskennzahlen verwiesen. So sei im Wirtschaftsjahr 2025/2026 eine Erhöhung der Eigenkapitalquote erreicht worden. “Diese stieg von 59 auf 60 Prozent”, so Wex. Diese Quote sei gemeinsam mit “konstant hohen Investitionen” Grundlage für ein widerstandsfähiges Unternehmen in durchaus “herausfordernden Zeiten”, die nach wie vor von “Unsicherheiten” geprägt seien, etwa in Bezug auf Zölle oder kriegerische Konflikte in der Ukraine sowie im Nahen Osten. Im Geschäftsjahr 2025/2026 wurden rund 145 Mio. investiert. 2024/2025 waren es mit 150 Mio. geringfügig mehr gewesen. Gestiegen ist wiederum der weltweite Personalstand, der sich von 10.890 im Vorjahr auf nunmehr 11.120 Beschäftigte erhöhte.

Eigenkapitalquote, steigende Umsätze, die anhaltenden Investitionen, gute Mitarbeiter sowie der ebenfalls konstante Neuproduktanteil von 30 Prozent seien es auch, die der Plansee-Gruppe eine nach eigenen Angaben erfolgreiche Behauptung auf einem “volatilen Markt” ermöglichten. “Obwohl die geopolitischen Herausforderungen noch weiter zunehmen werden, erwarten wir in den nächsten Monaten steigende Umsätze”, erklärte Wex. Eine solche Steigerung habe es nämlich bereits “im letzten Quartal des abgelaufenen Wirtschaftsjahres” gegeben. Man setze weiterhin gezielt “Wachstumsimpulse” und wolle damit im bereits laufenden Wirtschaftsjahr noch einmal über dem heurigen Umsatz bilanzieren, wagte der Vorstandschef eine optimistische Prognose für die nähere Zukunft.