Polizei stellte in Brasilien Kunstwerke von Matisse sicher

14.08.2026 • 22:27 Uhr

Acht Monate nach dem Raub von acht Kunstwerken des französischen Malers Henri Matisse aus einer Bibliothek in Brasilien hat die Polizei die Beute wiedergefunden. Wie die Polizei am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, wurden die Werke in einem Haus in der Stadt São Bernardo do Campo in der Nähe von São Paulo gefunden. Ein Mann, der im Besitz der Kunstwerke war, wurde festgenommen.

Im vergangenen Dezember waren zwei Bewaffnete in eine Bibliothek in São Paulo eingedrungen, hatten eine Wärterin und ein Besucherpaar überwältigt und waren mit acht Bildern von Matisse sowie fünf Werken des brasilianischen Künstlers Candido Portinari durch den Haupteingang entkommen. Die Werke von Portinari wurden bisher nicht wiedergefunden. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, wie sie ihre Beute durch die Straßen zu einem geparkten Auto trugen.

Die Werke wurden den Angaben zufolge nach monatelangen Ermittlungen in einem Haus in São Bernardo do Campo in der Metropolregion von São Paulo sichergestellt. Ihr Wert wird auf insgesamt 200.000 US-Dollar geschätzt (rund 173.000 Euro). Sie waren aus einer Vitrine im Rahmen einer Ausstellung gestohlen worden. Zuvor waren drei weitere Verdächtige festgenommen worden.

Collagen aus Buchkunst-Album “Jazz”

Bei den gestohlenen Matisse-Werken handelte es sich um Collagen aus dem Buchkunst-Album “Jazz”, von dem weltweit nur 300 Exemplare existieren. Die brasilianische Polizei veröffentlichte nun Fotos der auf einem Bett ausgebreiteten Kunstwerke, daneben liegt eine Schusswaffe.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der festgenommene Mann die Werke für den mutmaßlichen Drahtzieher des Raubüberfalls aufbewahrte. Dieser war bereits im April gefasst worden. Verdächtigt wird eine organisierte und auf Kunstraub spezialisierte Bande.

“Die Sicherstellung dieser acht Werke ist eine Nachricht von enormer Bedeutung für die Kultur und das Kulturerbe von São Paulo”, teilte die Stadtverwaltung mit. Nach dem Diebstahl seien die Sicherheitsprotokolle der Bibliothek verstärkt worden. Von den Werken von Portinari fehlt bisher jede Spur.