Prozess gegen 42-Jährigen in Fall von erstochener Studentin

18.10.2026 • 22:04 Uhr

Der Prozess in einem der spektakulärsten Kriminalfälle der Tiroler Geschichte beginnt Montagvormittag am Innsbrucker Landesgericht: Ein mittlerweile 42-Jähriger muss sich im Fall einer im Jahr 2005 in Innsbruck erstochenen 19-jährigen niederösterreichischen Studentin wegen des Verdachts des Mordes verantworten. Der seit langem in Australien lebende jetzige Manager war ein Studienkollege der Getöteten. Der Prozess ist für zwei Tage angesetzt. Am Freitag soll ein Urteil fallen.

Acht Zeugen waren geladen. Ein Gutachten der Innsbrucker Gerichtsmedizin wird erörtert werden, zudem wird die Verteidigung ein von ihr beauftragtes Privatgutachten zum Thema machen. Der 42-Jährige reist freiwillig zur Hauptverhandlung an. Im Mai war gegen ihn überraschend Anklage in dem Cold-Case-Fall erhoben worden. Dem Mann wird laut Anklage vorgeworfen, die Niederösterreicherin in den frühen Morgenstunden des 23. Juni 2005 durch zwei wuchtige Messerstiche in Brust und Rücken getötet zu haben. Ein Pensionist fand die blutüberströmte Leiche der jungen Frau, die zuvor – wie auch der Angeklagte – eine Studenten-Party besucht hatte, vor einer Telefonzelle im Innsbrucker Rapoldipark vor.

Der Angeklagte war wegen einer DNA-Spur von ihm auf dem Filter bzw. Stummel einer nur wenig angerauchten Zigarette, die in der Telefonzelle abgelegt war, erneut ins Visier geraten. Der Mann beteuerte bisher stets vehement seine Unschuld, sein Verteidiger sah im Vorfeld in der DNA-Spur auf dem Filter nicht den geringsten Beweis sowie kein Motiv für die Tat. Er war in der Causa bereits kurz vor Weihnachten 2013 einmal festgenommen worden. Sieben Wochen später wurde der Beschuldigte aber wieder enthaftet und das Ermittlungsverfahren eingestellt.