Prozessverzögerung in Fall von Wiener in US-Haft

Im Fall jenes mittlerweile 26-jährigen Wieners, der sich wegen Sex mit einer 15-Jährigen seit bereits 915 Tagen in Haft im US-Staat Florida befindet, dürfte sich der ursprünglich für heuer geplante Prozess weiter verzögern. Denn der Mann hat laut der Datenbank seines zuständigen Gerichtssprengels den Austausch seiner Verteidigerin beantragt. “Es gibt offene Fragen zur Rechtsvertretung für ihn”, sagte ein Sprecher des Außenministeriums der APA.
Der Österreicher soll darum am Donnerstagvormittag (Ortszeit) eine Anhörung vor einem Richter absolvieren. Dabei geht es um die Gründe für den Wechsel der Verteidigerin. Das Außenministerium ging gegenüber der APA hierzu nicht ins Detail. Dass der Prozess noch heuer über die Bühne geht, ist jedoch fraglich. Ursprünglich hätte die Hauptverhandlung in dem Fall bereits im August stattfinden sollen.
26-Jähriger lernte Mädchen online kennen
Stattdessen beging der IT-Techniker im Oktober bereits zum dritten Mal seinen Geburtstag in US-amerikanischer Untersuchungshaft. Dem in mehreren Punkten angeklagten Österreicher wird Missbrauch bzw. Vergewaltigung einer unter 16-Jährigen sowie die Entführung bzw. die Beeinträchtigung des Sorgerechts einer Minderjährigen vorgeworfen. “Die Botschaft steht weiterhin laufend mit ihm in Kontakt und erkundigt sich regelmäßig nach den Haftbedingungen sowie seinem Gesundheitszustand”, hieß es seitens des Außenministeriums.
Der Mann hatte das Mädchen beim Online-Computerspielen kennengelernt, sich offenbar verliebt und entschlossen, die Jugendliche in Florida zu besuchen, nachdem die beiden mehrere Monate gechattet hatten. Nachdem er sich mit der damals 15-Jährigen dort getroffen und in einem Hotel die Nacht verbracht hatte, war er am 28. April 2024 festgenommen worden.
Wiener drohen bis zu 30 Jahre Haft
Er sprach von einvernehmlichem Sex, wobei sich die Jugendliche ihm gegenüber als 19-Jährige ausgegeben habe. Der 26-Jährige wurde daraufhin ins Brevard County Jail in Cocoa Beach eingeliefert, vor einiger Zeit jedoch ins Orange County Jail überstellt, einem Gefängniskomplex mit mehr als 1.400 Häftlingen.
Die Delikte, die ihm von den US-Behörden vorgeworfen werden, würden nach österreichischem Strafrecht womöglich anders qualifiziert werden. Die US-Strafverfolgungsbehörden gehen allerdings von mehreren vollendeten Verbrechen aus. Nach dortigem Recht drohen bei einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft.