Publizist Hellmut Butterweck 98-jährig gestorben
Der Wiener Journalist und Publizist Hellmut Butterweck ist tot. Er sei bereits in der Nacht auf den 9. September im Alter von 98 Jahren “friedlich eingeschlafen”, teilte die “Furche” unter Berufung auf seine Familie am Montag mit. Für die Wochenzeitung war Butterweck über 70 Jahre lang tätig – etwa als Leitartikler, Kritiker und Leiter des Buchressorts. Einen Fokus legte Butterweck auf den Kampf gegen das Vergessen der NS-Barbarei und gegen das Wiedererstarken von Faschismus.
Butterweck wurde am 30. Dezember 1927 geboren. Die Schrecken des 2. Weltkriegs, die er in jungen Jahren erlebte und die ihn zum Regimegegner machten, sollten sein umfangreiches publizistisches Werk prägen. So verfasste er etwa Bücher über den “Nürnberger Prozess” und zur Berichterstattung österreichischer Tageszeitungen über die Volksgerichtsprozesse sowie Romane wie “Tote im Verhör” (2008) und “Möglichkeiten” (2026). Auch organisierte er 1964 die Demonstration gegen das Franz-Murer-Urteil.
Theater-, Film- und Literaturkritiker
Bald nach Kriegsende begab sich Butterweck in den Journalismus und schrieb etwa für die ÖVP-Zeitung “Volksblatt”. 1953 dockte er bei der “Furche” an und betätigte sich im Kulturressort als Theater-, Film- und Literaturkritiker. Auch als politischer Glossist, Wirtschaftskommentator und Leitartikler trat er in Erscheinung. Vor seiner Pensionierung im Jahr 2003 zeichnete er für das Buchressort verantwortlich.
Für sein Wirken wurde ihm 2025 der Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil verliehen. Auch der “Preis der Stadt Wien” wurde ihm 2016 zuteil. Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hielt in einer Aussendung fest, dass Butterwecks bis zuletzt klare Stimme fehlen werde, “sein intellektuelles Werk hinterlässt jedoch bleibenden Eindruck.” Er sei ein großer Wiener Publizist gewesen “und weit mehr als 70 Jahre lang eine wichtige kritische und kluge Stimme innerhalb der österreichischen Debattenlandschaft.”