Regierung in Nordzypern tritt zurück

20.04.2022 • 16:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Regierung in Nordzypern tritt zurück

Die Regierung in der international nicht anerkannten Republik Nordzypern ist zurückgetreten. Präsident Ersin Tatar habe am Mittwoch das Rücktrittsgesuch angenommen, berichtete der Staatssender BRT. Premierminister Faiz Sucuoglu hat dem Bericht zufolge zuvor einen Kabinettswechsel vornehmen wollen und die Entlassung von Finanzminister Sunat Atun gefordert. Präsident Tatar habe dies nicht akzeptiert, woraufhin Sucuoglu den Rücktritt der Regierung eingereicht habe.

Die Regierung aus der Nationalen Einheitspartei (UBP), der Demokratischen Partei (DP) und der Wiedergeburtspartei (YDP) hatte sich erst Ende Februar gebildet. Im Jänner war die UBP von Präsident Tatar als stärkste Kraft aus vorgezogenen Wahlen hervorgegangen, hatte aber eine absolute Mehrheit verfehlt. Die UBP steht dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nahe und ist Verfechter einer Zwei-Staaten-Lösung für die geteilte Insel.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Der Nordteil der Insel wird nur von der Türkei als Staat anerkannt und ist stark abhängig von Ankara. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, gehört seit 2004 zur Europäischen Union.

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