Rekord an Jungstörchen in Marchegg

21.09.2026 • 08:38 Uhr

Mit 147 Jungvögeln ist heuer ein neuer Rekord bei den Marchegger Weißstörchen im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich erreicht worden. Damit wurde der bisherige Höchststand von 1996 um neun Tiere übertroffen, teilte der WWF am Montag in einer Aussendung mit. Mit 46 Brutpaaren wurde der Rekord von 1994 eingestellt, während bei den Jungvögeln pro Paar mit durchschnittlich rund drei Küken ein Allzeit-Hoch erzielt wurde.

“Die erfreulichen Zahlen sind ein großer Erfolg für den Artenschutz und verdeutlichen die Bedeutung des WWF-Auenreservats für die Biodiversität”, sagte Jurrien Westerhof vom WWF. Grundlage ist ein Monitoring des Vereins “AURING” im WWF-Auenreservat, auf dem Schlossgelände, in Markthof und in der Stadt Marchegg.

Ideale Bedingungen für Bruterfolg

“Weißstörche brauchen geeignete Brutplätze und nahrungsreiche Flächen in ihrer unmittelbaren Umgebung. In Marchegg kommt beides zusammen, das macht dieses Gebiet so wertvoll für ihren Bruterfolg”, erklärte Karin Donnerbaum, Biologin beim Verein “AURING”. Zur Qualität des Lebensraums trage auch die naturnahe Bewirtschaftung des Reservats bei, hieß es. “Die Beweidung durch eine Rinderherde und unsere halbwilden Konik-Pferde schafft wertvolle Strukturen, wie zum Beispiel Dunghaufen, Suhlen und unterschiedliche Vegetationsstufen. Davon profitieren neben den Weißstörchen noch viele weitere Tier- und Pflanzenarten”, sagte Westerhof.

Das rund 1.100 Hektar große WWF-Auenreservat Marchegg beherbergt mehr als 500 gefährdete Tier- und Pflanzenarten – neben Weißstörchen etwa auch Seeadler, Schwarzstörche und Rotmilane. “Marchegg zeigt, was langfristiger Naturschutz bewirken kann”, meinte Westerhof. Der WWF forderte von der Politik erneut eine österreichweite Renaturierungsoffensive.