RK-Chefarzt: Große Mengen Alkohol bei Hitze vermeiden

22.06.2026 • 12:13 Uhr
RK-Chefarzt: Große Mengen Alkohol bei Hitze vermeiden

Das Fußball-WM-Spiel der heimischen Nationalelf gegen Argentinien werden am Montagabend wohl einige im Gastgarten verfolgen. Besonders bei Hitze sollte man Bier, Spritzwein und Co nur in Maßen konsumieren, sagte Wolfgang Schreiber, Chefarzt vom Roten Kreuz, am Montag im Gespräch mit der APA. Denn sowohl hohe Temperaturen als auch Alkohol führen zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust. Dadurch ist das Risiko der Dehydration erhöht. Der Mediziner riet, ausreichend Wasser zu trinken.

“Größere Mengen an Alkohol sollte man bei hohen Temperaturen jedenfalls vermeiden”, sagte Schreiber. Alkohol beeinflusse ein Hormon in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), welches die Harnproduktion reguliert. “Wenn man viel Alkohol trinkt, muss man viel Harn lassen.” Durch die hohen Temperaturen schwitzt der Körper zudem – eigentlich “ein sinnvoller Kühlmechanismus für den Organismus”. Beides führe aber zu einem verstärkten Flüssigkeitsverlust und dadurch zu einem höheren Risiko der Austrocknung. Es ist also notwendig, mehr Wasser zu trinken, um das Gleichgewicht beim Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten.

Mehr Einsätze bei Hitze und körperlicher Aktivität

Frankreich hatte am Sonntag beim Musikfestival “Fête de la Musique” in den Regionen mit der höchsten Hitzewarnstufe Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit verboten. Zudem wurde bei allen staatlich organisierten Veranstaltungen kein Alkohol ausgeschenkt. Bei Außentemperaturen von bis zu 40 Grad und direkter Sonneneinstrahlung sei das laut Schreiber eine sinnvolle Maßnahme. In Österreich sei die Lage derzeit aber nicht so drastisch. Die Gefahr eines Sommerspritzers oder kleinen Biers beim Public Viewing am Abend sei bei 28 Grad Temperatur und ohne direkte Sonneneinstrahlung nicht höher als sonst.

Das Alkoholverbot in Frankreich sollte auch die Rettungsdienste entlasten. Aussagekräftige Daten zu mehr Einsätzen durch Hitze und Alkohol gebe es beim Roten Kreuz nicht. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allerdings beobachten würden: Die Kombination aus hohen Temperaturen und körperlicher Aktivität fordere die Einsatzkräfte vermehrt: “Ein Beispiel ist der diesjährige Marathon in Wien, der an einem sehr warmen Tag stattgefunden hat. Das war für die Rettungsdienste und Krankenhäuser durchaus eine Herausforderung”, berichtete der Chefarzt. Im Wiener AKH seien an dem Tag 70 Personen betreut worden, bei den Rettungsdiensten vor Ort wesentlich mehr. An kühlen Marathon-Tagen hätte die Laufveranstaltung kaum Auswirkungen auf die Rettungsdienste gehabt.

Genug trinken und Kopfbedeckung tragen

Ganz allgemein erinnerte der Mediziner daran, bei Hitze auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Auch sollte man zwischendurch kühle Orte aufsuchen und den Kopf vor direkter Sonnenstrahlung schützen. Besonders gefährlich sei Hitze für vulnerable Gruppen – Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie chronisch Kranke.