Rodionov gewinnt ÖTV-Duell in Kitz, Neumayer, Schwärzler out

20.07.2026 • 17:40 Uhr

Jurij Rodionov hat am Montag das Österreicher-Duell mit dem 20-jährigen Joel Schwärzler gewonnen und steht zum gesamt zweiten Mal nach 2022 im Kitzbühel-Achtelfinale. Der 27-jährige Qualifikant aus Niederösterreich besiegte den Vorarlberger nach 78 Minuten 6:4,6:2 und trifft am Mittwoch auf den als Nummer vier gesetzten Argentinier Tomas Etcheverry. Lukas Neumayer verlor wie im Vorjahr gegen den Deutschen Yannick Hanfmann zum Auftakt. Er unterlag nach 104 Minuten 6:7(5),4:6.

Neumayer vergab im ersten Satz drei Satzbälle, es war ein Spiegelbild der Vorjahresniederlage, als er 5:7,2:6 verloren und im ersten Durchgang zwei Satzbälle vergeben hatte. Hanfmann liegt als 52. im ATP-Ranking 120 Plätze vor Neumayer und wurde neuerlich seiner Favoritenstellung gerecht. “Heuer hätte ich den ersten wirklich gewinnen sollen. Die Satzbälle waren ziemlich bitter: erster Ball, wo ich nur cross vorbeispielen muss, beim zweiten bin ich gut in der Rallye gewesen. Das hat mir sicherlich das Match gekostet”, sagte Neumayer. Generell sei es keine gute Partie von ihm gewesen, bedauerte er.

Neumayer hatte im ersten Satz unter dem Jubel des Publikums das erste Break des Spiels zum 6:5 geschafft. Doch es gelang ihm trotz dreier Satzbälle nicht, den Sack zuzumachen. Hanfmann gelang das sofortige Rebreak. Im Tiebreak geriet Neumayer 0:5 in Rückstand. Er wehrte noch drei Satzbälle ab, ehe er das “Jeu decisif” doch 5:7 verlor. Ein frühes Break zum 1:2 in Satz zwei brachte letztlich die Entscheidung zugunsten Hanfmanns.

Mit Melzer arbeitet er am Netzangriff

Neumayer arbeitet neben Günter Bresnik nun auch schon seit einiger Zeit mit Jürgen Melzer zusammen. Letzterer betreute den Salzburger auch in Kitzbühel. “Ich arbeite mit Jürgen seit drei, vier Monaten. Wir schauen, dass wir im Spiel nach vorne etwas ändern. Ich habe ein aggressives Grundlinienspiel, aber irgendwann muss ich ans Netz gehen und den Punkt fertig spielen.” Sowohl Bresnik als auch Melzer seien nun seine Trainer, stellte er klar.

Über die aufgetauchten Hartplatz-Pläne der ATP-Tour ab 2028 für die Phase zwischen Wimbledon und den US Open äußerte sich Neumayer wenig erfreut. “Ich finde es ein bisserl schade, weil Kitzbühel, Gstaad, Umag sind prädestinierte Sandplatzturniere. Ich bin eher ein Sandplatzspieler, fühle mich auch auf Hartplatz wohl. Ich finde es ein bisserl komisch, Kitzbühel mit Hartplatz in Verbindung zu bringen.” Er wird nach dem Doppel in Kitz an der Seite von Schwärzler noch “zwei, drei” Sandturniere in Europa spielen, ehe er sich wieder in der Qualifikation für die US Open versuchen wird.

Rodionov gegen Schwärzler ungefährdet

Im Österreicher-Duell zwischen dem erfahrenen Rodionov und Youngster Schwärzler waren die Weichen relativ schnell gestellt. Ein Break zum 4:3 im ersten Satz reichte dem 27-jährigen Niederösterreicher, im zweiten Durchgang gab Schwärzler sein Service zum 1:2 und 1:4 ab. “Am Anfang war ich ein bisserl nervös, da bin ich nicht wirklich ins Spiel reingekommen. Ich habe Glück gehabt, dass mich Joel nicht mehr bestraft hat”, sagte Rodionov. Im Laufe des Spiels habe er immer mehr Selbstvertrauen bekommen.

Dass er als Qualifikant nach drei Siegen nun einen Lauf bekommen könnte, beurteilt der ÖTV-Davis-Cup-Spieler vorsichtig. “Bei mir weiß man das nie. Ich kann drei Turniere hintereinander gewinnen, dann gewinne ich ein halbes Jahr kein einziges.” Dennoch sei gegen Etcheverry “alles möglich”. “Ich habe hier schon drei Matches gespielt, das ist ein enormer Vorteil in der Höhenlage. Mein Gegner hat noch kein einziges Mal auf Höhenlage gespielt.” Rodionov hat in bisher drei Duellen mit dem Südamerikaner bei kleineren Turnieren eine 2:1-Bilanz stehen.

Auch er äußerte sich auf APA-Nachfrage zu den ATP-Hartplatz-Plänen nach Wimbledon. “Ich spiele generell lieber auf Hartplatz, das ist mein Lieblingsbelag. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn von Wimbledon bis zu den US Open alles auf Hartplatz auch in Europa wäre.” Dennoch würden Turniere wie Kitzbühel und Gstaad auch an Charme verlieren. “Das ist einfach in der DNA von den Turnieren, deswegen ist es schade.”

Schwärzler will 2027 in die Top 100

Schwärzler war nach seinem Aus sehr unzufrieden. “Ich bin extrem enttäuscht. Es war heute das erste Mal, dass ich in Kitzbühel meine Leistung nicht gebracht habe, auch wenn ich hier noch kein Match gewonnen habe”, resümierte der 20-jährige Schützling von Markus Hipfl. Im Vergleich zum Joel Schwärzler vor einem Jahr ortete er dennoch einen Fortschritt: “Ich bin auf jeden Fall stabiler geworden. Auch wenn nichts davon heute der Fall war, aber grundsätzlich ist die Vorhand und der Aufschlag ist besser geworden. Taktisch bin ich ein bisschen ruhiger geworden.” Sein Ziel für nächstes Jahr lautet erstmaliger Einzug in die Top 100, bis zum Jahresende möchte er sich möglichst vom derzeit 185. Rang noch in die Top 150 schieben.

Als vierter Österreicher im Einzel ist am Dienstag (3. Match nach 11.00 Uhr/live ServusTV) noch Sebastian Ofner im Einsatz. Der 30-jährige Steirer trifft auf den Slowaken Alex Molcan.