Rotes Kreuz Österreich hilft nach Flut in Nepal

15.09.2026 • 14:03 Uhr
Rotes Kreuz Österreich hilft nach Flut in Nepal

In den nächsten 24 Stunden will das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) drei Einsatzkräfte ins Katastrophengebiet in Nepal schicken, etwas mehr als zwei Wochen nach der verheerenden Sturzflut in dem Land. Vor Ort sollen die Experten speziell im Bereich “WASH” (Wasser, Sanitär, Hygiene) helfen, also etwa für sauberes Trinkwasser und den Wiederaufbau der Wasserinfrastruktur sorgen, hieß es bei einem Hintergrundgespräch am Dienstag.

Zugänge nördlich zum besonders stark betroffenen Gebiet Nuwakot, das sich am nächsten zum Himalaya-Gletschersturz befand, seien weiter eingeschränkt, erklärt Teammitglied Christopher Bachtrog. In einem der ersten Schritte planen die ÖRK-Mitarbeiter nun eine konkretere Schadenserhebung. Vorerst soll der Notfalleinsatz vier Monate lang dauern, mit Personalrotationen. Die Wiederaufbauphase könnte wiederum ein bis zwei Jahre beanspruchen.

Enge Zusammenarbeit zwischen Österreich und Nepal

Eine Hauptaufgabe sei die Wiederherstellung der Wasserquellen. Viele der für die Wasserversorgung wesentlichen Bohrlöcher “sind zerstört oder überflutet”, so Bachtrog, und “einige der Gebirgsleitungen ebenfalls beschädigt”. Vor Ort will das Team eng mit dem Nepalesischen Roten Kreuz (NRCS) zusammenarbeiten und auf dessen Ressourcen zugreifen. Beide Organisationen würden bereits seit über zehn Jahren kooperieren, das ÖRK habe seit jeher “im Bereich Wasserversorgung, Sanitär und Hygiene die Kapazitäten mit aufgebaut und unterstützt”.

Daneben stehen Hygienemaßnahmen im Fokus, auch saubere Toiletten. Das sei nicht immer “sexy”, sagt Michael Wolf, aber enorm wichtig. Denn Betroffene seien häufig ohnehin geschwächt. Besonders bei Kindern oder Älteren sei etwa Durchfall deswegen umso gefährlicher – und könne gleichzeitig bedrohliche Keime verbreiten oder Wasser kontaminieren. Im Labor eines anderen Teams sei es dann möglich, “dass wir zusammenarbeiten und Analysen durchführen, ob die Desinfektion von Wässern erfolgreich war”.

Nepal häufig von geologischen Aktivitäten betroffen

Florian Wille, ebenfalls Teammitglied, habe bereits im Jahr 2018 Feldmessungen für die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) in den Gebieten durchgeführt. Ihm zufolge trifft die Bevölkerung solche geologischen Ereignisse oft, denn “aufgrund des relativ jungen Gebirges kommt es sehr häufig zu Hangrutschungen”. In der vergangenen Sturzflut vom 26. August sieht er aber eine neue Dimension erreicht. Im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet werden laut Angaben noch immer rund 5.800 Menschen vermisst, 1.400 Tote wurden bisher gezählt.