Rotes Kreuz würdigte Einsatzkräfte vom Grazer Amoklauf

02.06.2026 • 17:09 Uhr
Rotes Kreuz würdigte Einsatzkräfte vom Grazer Amoklauf

Das Rote Kreuz Steiermark hat am Dienstag jene Einsatzkräfte gewürdigt, die vor knapp einem Jahr am 10. Juni 2025 nach dem Amoklauf an einer Grazer Schule Hilfe geleistet haben. Von knapp 300 Männern und Frauen haben fast 200 ihre Würdigungsurkunde und einen gerahmten Patch als Erinnerung persönlich von Siegfried Schrittwieser, dem Präsidenten des Roten Kreuz Steiermark, entgegengenommen. Die Veranstaltung bot neben dem Dank an die Einsatzkräfte auch Momente des Innehaltens.

“Wir wollen Raum geben, um Danke zu sagen”, sagte Schrittwieser nach einer Schweigeminute. Der Präsident des Roten Kreuz Österreich, Gerald Schöpfer, unterstrich die Worte und betonte die Solidarität der Bevölkerung. In den Tagen nach der Tat gingen Hunderte Menschen zum Blutspenden und retteten damit vielen anderen Menschen mit ihrer Spende das Leben.

Jahrestag kann Emotionen wieder hervorholen

Landesrettungskommandant Peter Hansak blickte auf die schrecklichen Stunden zurück: “Wir hatten alle gehofft, dass so etwas bei uns nie eintritt, aber die Realität hat uns eingeholt.” Zehn Menschen, neun Schüler und eine Lehrerin, waren am 10. Juni 2025 von einem 21-jährigen ehemaligen Schüler des BORG Dreierschützengasse in ihren Klassenzimmern erschossen worden. “Ihr seid in den Einsatz gegangen, ohne dass ihr die genaue Lage gekannt habt”, lobte Hansak jene Sanitäterinnen und Notärzte, die damals die Verletzten in der Schule versorgt haben.

In den Tagen danach waren auch die Kräfte der Krisenintervention gefordert. Sie leisteten emotionalen Beistand. Bettina Galli-Magerl, Leiterin der psychosozialen Betreuung beim Roten Kreuz in der Steiermark, sagte: “Ich bin mir sicher, dass sich jeder von uns an Einzelheiten erinnert.” Ihr Team sei für die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal am Tag der Tat sowie auch danach da gewesen. Außerdem wurde auch intern Unterstützung geleistet. “Danke fürs Durchhalten. Das war keine leichte Aufgabe”, so Galli-Magerl. Sie bot auch weiterhin Hilfe an, denn der Jahrestag am kommenden Mittwoch könne abermals viele Emotionen wieder hervorholen.

“Kein gewöhnlicher Einsatz”

Stefan Loseries, der beim Amoklauf als Pressesprecher im Einsatz war, warf ebenfalls einen Blick auf die Arbeit von damals zurück. Gleich nach der Alarmierung sei klar gewesen: “Das wird kein gewöhnlicher Einsatz.” Binnen weniger Minuten habe sich die Nachricht auf der ganzen Welt verbreitet. Er hob hervor, dass es bei seiner Arbeit darum ging zu erzählen, “was wir tun und nicht, was wir sehen”.

Jene Einsatzkräfte, die am Dienstagnachmittag nicht persönlich anwesend waren, werden ihre Urkunde und den Patch übrigens in den kommenden Tagen per Post zugestellt bekommen.