Rückgang im Wohnungsneubau zeichnet sich für 2027 ab

Nachdem sich der Wohnungsneubau heuer leicht erholen dürfte, zeichnet sich für 2027 wieder ein Rückgang ab. Für 2026 erwarten Branchenvertreter österreichweit 30.900 fertiggestellte Wohneinheiten. Das ist mehr als in vergangenen Jahren, aber weniger als im Rekordjahr 2022, wo rund 46.500 Wohneinheiten fertiggestellt wurden, wie der WKÖ-Fachverband der Immobilientreuhänder am Dienstag mitteilte. 2027 sei indes mit einem Rückgang auf knapp 25.000 Wohneinheiten zu rechnen.
Wien bleibt den Immobilientreuhändern zufolge Spitzenreiter bei den Neubau-Fertigstellungen. Für 2026 werden dort rund 12.100 Wohneinheiten erwartet, nach etwa 11.000 im Jahr 2025. Bereits 2027 könnte die Zahl allerdings wieder auf rund 9.600 Wohnungen sinken, geht aus dem aktuellen Neubaubericht des WKÖ-Fachverbands hervor.
“Das Plus bei den Fertigstellungen im Jahr 2026 ist ein positives Signal. Der neuerliche Rückgang, der sich für 2027 schon abzeichnet, zeigt aber deutlich, dass von einer Erholung am österreichischen Wohnungsmarkt keine Rede sein kann”, so Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer. Er fordert eine “Sanierungsoffensive”, leichtere Finanzierungen für den gewerblichen Wohnbau sowie “verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen”, um eine Verschärfung des Wohnungsmangels und weiteren Preisdruck zu verhindern.
Weniger Neubauwohnungen vermietet oder verkauft
Im zweiten Quartal 2026 wurden laut WKÖ-Fachverband österreichweit deutlich weniger Neubauwohnungen verkauft oder vermietet als noch zu Jahresbeginn. Besonders stark sei der Rückgang in Wien gewesen. Nur in Tirol, Vorarlberg und der Steiermark habe die Verwertungsaktivität zugenommen, in den übrigen Bundesländern sei sie zurückgegangen.
Auch die Zahl der verfügbaren Neubauwohnungen nehme ab und gehe seit dem dritten Quartal 2024 kontinuierlich zurück. Seit Mitte 2025 habe sich diese Entwicklung nochmals beschleunigt.