Russland greift Energieanlagen in der Ukraine an
Das russische Militär hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ukrainische Energieinfrastruktur sowie ein Containerschiff angegriffen. Der Frachter habe Waffen und militärische Ausrüstung geliefert und sei südwestlich der Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa getroffen worden, teilte das Ministerium mit. Zudem hätten die Streitkräfte ein Umspannwerk in der Region Schytomyr beschossen. Dieses habe die ukrainische Rüstungsindustrie mit Strom versorgt.
Nach einem russischen Angriff sind laut den ukrainischen Behörden mehr als 600.000 Menschen im Osten des Landes ohne Strom. “Wichtige Energieanlagen in der Region wurden bei einem nächtlichen Angriff beschädigt”, teilte der ukrainische Energieversorger DTEK auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Betroffen ist demnach die Region Dnipropetrowsk. Russland greift immer wieder gezielt die ukrainische Energieinfrastruktur an.
Toter bei ukrainischem Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Kursk ist nach Angaben des dortigen Gouverneurs ein Mensch ums Leben gekommen. Die Drohne habe im Dorf Perwomajskoje einen fahrenden Traktor getroffen, sagte Alexander Chinschtein. Dabei sei ein 40-jähriger Mann getötet worden. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor. Die Ukraine wehrt sich gegen Russland, das vor mehr als viereinhalb Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Die Ukraine und auch Russland weisen Vorwürfe stets zurück, gezielt Zivilisten anzugreifen. Dennoch sterben – vor allem in der Ukraine – immer wieder viele Zivilisten.
Ukraine greift russische Drohnen-Leitstellen an
Die ukrainischen Streitkräfte haben unterdessen mehrere russische Drohnen-Leitstellen in den besetzten Gebieten im Osten des Landes sowie in Russland selbst ins Visier genommen. Insgesamt seien vier dieser Bodenstationen angegriffen worden, teilte der Generalstab in Kiew auf Facebook mit. “Wertvollstes Ziel” sei eine Kommandozentrale in Berdjansk im Süden der Oblast Saporischschja gewesen. Von dort habe die russische Drohnen-Eliteeinheit “Rubikon” unbemannte Fluggeräte zu Angriffen gegen die Zivilbevölkerung in Frontnähe gelenkt.
“Auch die Besatzer in der Nähe von Oleschky in der Region Cherson sowie in der Region Donezk sind nun ohne “Fernbedienungen” geblieben”, meldete die Generalität in Kiew. Auf russischem Gebiet sei ein Drohnen-Steuerungszentrum in der Region Brjansk getroffen worden. Über das Ausmaß der Schäden lagen zunächst keine Informationen vor. Die Angaben des ukrainischen Militärs konnten nicht unabhängig geprüft werden. Von russischer Seite gab es keinen Kommentar.
Ein Teil der an den Fronten von beiden Kriegsparteien eingesetzten Fluggeräte sind FPV-Drohnen (First Person View). Diese mit Kameratechnik ausgestatteten Drohnen werden aus der Ferne gesteuert, während “Piloten” den Flug auf Bildschirmen im vermeintlich sicheren Hinterland verfolgen. Die Reichweite ist begrenzt, die Funksignale können geortet werden.