Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine
Bei russischen Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine sind zahlreiche Menschen getötet und mehrere verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew kamen laut Bürgermeister Vitali Klitschko zwei Menschen ums Leben. Er sprach von mindestens 22 Verletzten infolge russischer Angriffe. Es gab Schäden in mehreren Stadtteilen, etwa einen Drohneneinschlag auf dem Gelände einer Tankstelle. Zwei Internetprovider informierten über Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum.
Russland attackierte einmal mehr auch Sumy im Nordosten der Ukraine. In der Stadt habe es Einschläge an vier Orten gegeben, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow mit. Getroffen wurden demnach eine Wohngegend und zivile Infrastruktur. Es gebe einen Verletzten.
In Charkiw im Osten der Ukraine kam bei Angriffen am Dienstagabend Bürgermeister Ihor Terechow zufolge ein Mensch ums Leben, weitere wurden demnach verletzt. In der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw wurden nach Behördenangaben bei Attacken acht Menschen verletzt. Infolge des Beschusses kam es in mehreren Stadtteilen demnach zu Stromausfällen.
Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben von Militärgouverneur Mychajlo Semikin ein Mensch in der Siedlung Kuschuhum getötet. Zwei weitere seien bei einem Einschlag in ein Einkaufszentrum in Saporischschja verletzt worden.
Tote bei russischem Bombardement im Gebiet Donezk
Bei russischen Bombenangriffen wurden im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens vier Menschen getötet. Nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin bei Telegram wurden vier weitere Menschen verletzt. Insgesamt seien vier Gleitbomben auf die Siedlung Olexandriwka abgeworfen worden. Gleitbomben sind Bomben, die mit Flügelkonstruktionen ausgestattet sind. Sie werden von russischen Kampfjets aus großer Entfernung und Höhe abgeworfen. So können sie ungefährdet von der ukrainischen Flugabwehr ins Ziel gleiten.
Demnach wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus komplett zerstört und elf beschädigt. Schäden habe es auch an 42 Einfamilienhäusern, einem Kindergarten, einem Geschäft und einem Verwaltungsgebäude gegeben. Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf. Olexandriwka liegt etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Gouverneur: Kapitän in Odessa getötet
In der Region Odessa am Schwarzen Meer attackierte Russland nach Angaben von Gouverneur Oleh Kiper ein Handelsschiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda. Dabei sei der ukrainische Kapitän des Schiffes getötet worden. Die restliche Besatzung wurde demnach evakuiert und ein Brand gelöscht. Außerdem habe Russland Lagerräume für Medikamente, Haushaltswaren und Lebensmittel zweimal hintereinander angegriffen.
Das Verteidigungsministerium in Moskau gab am Mittwoch in der Früh an, in Kiew und dem Umland einen Lagerraum für Teile zur Drohnenherstellung und einen Rüstungsbetrieb attackiert zu haben. In Odessa habe Moskau drei Logistikzentren mit Militärgütern und Gütern mit doppeltem Verwendungszweck für die ukrainischen Streitkräfte angegriffen, hieß es. In der Region sei außerdem ein Lager für Drohnenbauteile ins Visier genommen worden. Das Ministerium bestätigte auch einen Angriff auf ein Schiff. Es soll Militärgüter nach Odessa transportiert haben, hieß es zur Begründung. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.