Schlamm aus Neusiedler See soll Baustoff werden

09.10.2026 • 13:28 Uhr
Schlamm aus Neusiedler See soll Baustoff werden

Der Schlamm, der von der Seemanagement Burgenland GmbH im Rahmen von Erhaltungsmaßnahmen jährlich aus dem Neusiedler See gebaggert wird, könnte künftig als nachhaltiger Baustoff eingesetzt werden. Geeignet wären die Sedimente etwa für Ziegel, Kühlwände, Deko-Elemente und Putz, erläuterten Urs Hirschberg von der TU Graz und Martin Zloklikovits, Geschäftsführer der Forschung Burgenland, am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Welche architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten sich aus der Nutzung von Schlamm und Schilf ergeben, untersuchen derzeit Studierende der TU Graz in Kooperation mit Land und Forschung Burgenland. Mit einem 3D-Drucker haben sie die Sedimente aus dem See zu verschiedenen Baumaterialien verarbeitet. Wie daraus ein Rastplatz, eine Vogelbeobachtungshütte oder ein Pavillon werden könnte, zeigen sie ab sofort mit der Installation “Schilfraum” beim Freilichtmuseum Wander Bertoni in Winden (Bezirk Neusiedl am See).

CO2-neutrales Musterhaus geplant

Das Forschungsprojekt habe sich aus der Frage ergeben, wie Schlamm und Schilf nachhaltig genutzt werden können, nachdem sie von der Seemanagement GmbH aus dem Neusiedler See geholt wurden, erläuterte Zloklikovits. Im vergangenen Jahr waren es immerhin 60.000 Kubikmeter Schlamm und 10.000 Kubikmeter Altschilf, für die eine Verwendung gesucht wurde.

Beides soll auch bei einem weiteren, für 2027 geplanten Projekt der Forschung Burgenland zum Einsatz kommen. Diese will nämlich ein kleines Musterhaus aus regionalen Materialien errichten, das langfristig mehr CO2 speichert, als beim Bau freigesetzt wird.

Landesrätin Daniela Winkler (SPÖ) betonte bei der Pressekonferenz, dass die Nutzung von Schilf und Schlamm als Baustoff für die Region zahlreiche neue Möglichkeiten und Perspektiven bringe. Auch wirtschaftlich werde es einen Mehrwert haben, meinte sie.