Selenskyj hofft auf Gespräch mit USA und Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstützt nach eigenen Worten einen US-Vorschlag für dreiseitige Verhandlungen mit Russland und den USA. Ein solches Treffen auf Ebene von Unterhändlern solle möglichst bald stattfinden, vorzugsweise bis Anfang November, teilte Selenskyj am Mittwoch mit. Dabei könne über Friedensvorschläge und ein mögliches Gipfeltreffen der Staats-und Regierungschefs gesprochen werden.
Selenskyj zufolge gab es Gespräche mit US-Vertretern. Diese folgten auf ein Treffen des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg.
In einem Interview mit dem US-Sender Fox News erklärte Selenskyj außerdem, dass man im Ukraine-Krieg bereit sei, die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und damit den langjährigen Konflikt zu beenden. “Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren”, sagte er und ergänzte: “Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden.”
Er war gefragt worden, ob er “ein Friedensabkommen akzeptieren würde, das den Status quo berücksichtige, sodass man weiterhin 75 Prozent oder mehr seines Landes behält, unabhängig davon, wie der Konflikt begonnen hatte.” Selenskyj erklärte zudem, dass das Einfrieren der Frontlinien und eine Waffenruhe das “absolute Minimum” sei, “was wir heute von Russland fordern.”
Erneuter Vorschlag der Ukraine
Selenskyjs Position ist nicht neu. Die Ukraine hat mehrfach ein Einstellen der Kämpfe entlang des jetzigen Frontverlaufs vorgeschlagen. Russland lehnt dies ab mit der Begründung, man gebe damit der Ukraine nur eine Atempause zur Wiederaufrüstung.
Kremlchef Wladimir Putin behauptet, dass seine Truppen ständig weiter vorrücken, und auch US-Präsident Donald Trump neigt zu dieser Sichtweise. Tatsächlich hat die ukrainische Armee den russischen Vormarsch in diesem Sommer gestoppt und an einigen Abschnitten sogar zurückgedrängt.
US-Unterhändler Steve Witkoff überbrachte unterdessen Putin am Mittwoch in St. Petersburg neue Vorschläge für eine Beendigung des Kriegs. Vorher und nachher besuchte Witkoff Oslo. Ein Ergebnis der Pendeldiplomatie lautet vorerst, dass Russland sich zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November offen zeigt.