Sommer 2026 verlief außergewöhnlich gewitterarm

Der bisher heißeste Sommer 2026 ist in Österreich außergewöhnlich gewitterarm verlaufen. Das Blitzmessnetz von UBIMET registrierte zwischen Anfang Juni und Ende August insgesamt 839.878 Blitzentladungen. Damit war es nach 2025 der blitzärmste Sommer der vergangenen elf Jahre. Im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 wurden rund 1,21 Millionen Blitze pro Sommer gezählt – heuer waren es rund 30 Prozent weniger.
Blitzreichstes Bundesland war die Steiermark mit 228.433 Entladungen, gefolgt von Oberösterreich mit 159.170, Niederösterreich mit 113.517 und Kärnten mit 112.818 Blitzen. Wien kam auf 2.929 Entladungen. Bei der Blitzdichte lag hingegen der oberösterreichische Bezirk Eferding mit 24,3 Blitzen pro Quadratkilometer an der Spitze, gefolgt von Braunau am Inn mit 23,8 und der Stadt Salzburg mit 23,1.
Besonders gering war die Gewitteraktivität im Osten und Südosten Österreichs. Dort herrschte gleichzeitig ein ausgeprägtes Niederschlagsdefizit. Österreichweit fiel im Flächenmittel nur rund 70 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Im Weinviertel, im Nordburgenland sowie in Teilen Niederösterreichs und der Oststeiermark wurde gebietsweise weniger als die Hälfte des Klimamittels von 1991 bis 2020 erreicht.
Trockenheit als ein Faktor für wenige Gewitter
Die ausgeprägte Trockenheit dürfte laut UBIMET zur geringen Gewitteraktivität beigetragen haben. Für kräftige Gewitter braucht es neben einer labilen Atmosphäre ausreichend Feuchtigkeit. Ausgetrocknete Böden verdunsten zudem weniger Wasser und geben damit weniger Feuchtigkeit an die bodennahe Atmosphäre ab. Dadurch kann sich eine Rückkopplung aus verstärkter Erwärmung und weiterer Austrocknung entwickeln.
Innerhalb des Sommers war der Juli besonders gewitterarm. Im Juni wurden 312.527 Blitze registriert, im Juli lediglich 194.589. Im August nahm die Aktivität mit 332.762 Entladungen wieder deutlich zu. Trotz des vergleichsweise blitzreichen Augusts blieb die Sommerbilanz deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Einen belastbaren langfristigen Trend lässt die Datenreihe laut UBIMET allerdings noch nicht erkennen. “Die Datenreihe ist noch zu kurz und die Schwankungen zwischen einzelnen Sommern sind zu groß, um daraus bereits einen belastbaren Trend abzuleiten”, erklärte Nikolas Zimmermann, Chefmeteorologe der österreichischen Unwetterzentrale.
Stärkster Blitz in Schwarzenberg
Der stärkste Blitz des Sommers wurde am 16. Juli um 23.07 Uhr in Schwarzenberg im Bezirk Bregenz gemessen. Die Entladung erreichte eine Stromstärke von 319,2 Kiloampere. Dahinter folgten Radenthein in Kärnten (Bezirk Spittal an der Drau) mit 273,2 Kiloampere am 11. August und Lasberg in Oberösterreich (Bezirk Freistadt) mit 266,9 Kiloampere am 17. August.
Trotz der geringen Gesamtzahl kam es lokal zu heftigen Unwettern. Die höchste binnen zehn Minuten gemessene Niederschlagsmenge wurde am 1. Juli in Neudorf bei Landsee im Burgenland mit 47,9 Litern pro Quadratmeter registriert. Auch Hagel verursachte Schäden: Am 30. Juni wurden im Raum Groß Gerungs (Bezirk Zwettl) Hagelkörner mit bis zu sechs Zentimetern Durchmesser beobachtet. Bereits am 14. Juni fielen bei Eberndorf (Bezirk Völkermarkt) Hagelkörner mit bis zu fünf Zentimetern Durchmesser.