Sonnen- und Mondfinsternis sowie Meteorschauer im August
Der August wartet mit spektakulären Naturschauspielen auf: Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August ist astronomischer Höhepunkt des Jahres: In Österreich wird die Sonne am Abend zu fast 90 Prozent verfinstert untergehen, in Spanien, Grönland und Island ist die Eklipse sogar total. In der Nacht auf 13. August werden zum Maximum des Meteorstroms der Perseiden viele Sternschnuppen erwartet. Und in der Morgendämmerung des 28. August zeigt sich eine partielle Mondfinsternis.
Sonnenfinsternisse treten auf, wenn sich der Mond zwischen Sonne und Erde schiebt und sein Schatten auf die Erdoberfläche fällt. Das kann während der Neumondphase passieren, jener Zeitraum, in dem der Mond von der Erde aus gesehen nahe der Sonne steht. Weil die Umlaufbahn des Mondes um die Erde gegenüber der Ekliptikebene leicht (fünf Grad) geneigt ist, verdeckt der Erdtrabant durchschnittlich nur zwei Mal im Jahr zumindest teilweise die Sonnenscheibe. Das führt zu einer Sonnenfinsternis, die allerdings nicht überall auf der Erde zu sehen ist. Ohne diese Neigung gäbe es jeden Monat eine Sonnenfinsternis und eine Mondfinsternis.
Bis 2028 drei Sonnenfinsternisse in Spanien
Als totale Sonnenfinsternis ist die Eklipse am 12. August beginnend an der Nordküste Sibiriens über den Arktischen Ozean bis nach Ostgrönland und die westlichsten Teile Islands bis nach Spanien zu sehen. Sie endet bei den Balearen, wo auf Mallorca die Totalität knapp vor Sonnenuntergang eintritt. Es ist die erste von drei Sonnenfinsternissen, die bis 2028 von Spanien aus zu beobachten sein werden: Am 2. August 2027 folgt eine weitere totale und am 26. Jänner 2028 eine ringförmige Sonnenfinsternis.
In Österreich wird der Mond in den Abendstunden des 12. August fast 90 Prozent der Sonne bedecken. Vorausgesetzt, es gibt keine stärkere Wolkenbedeckung, wäre das Ereignis also in unseren Breiten gut zu verfolgen. Denn immerhin: “Das ist die stärkste Verfinsterung seit dem 11. August 1999, als in weiten Teilen Österreichs eine totale Finsternis zu sehen war”, erklärte der Chef der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA), Alexander Pikhard, gegenüber der APA.
Die Eklipse beginnt um 19.22 Uhr (Wien). Ihr Maximum erreicht die Finsternis um 20.13 Uhr genau im Sonnenuntergang. “Das bedeutet, dass typische Erscheinungen eines solchen Ereignisses, wie das fahle Finsternislicht und die spürbare Abkühlung, nicht so markant wahrgenommen werden können”, so Pikhard.
Neumondphase verspricht viele Sternschnuppen
Die Neumondphase schafft auch ideale Bedingungen, um in den Nächten rund um die Sonnenfinsternis nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Denn in der Nacht auf den 13. August erreicht der Meteorstrom der Perseiden sein Maximum. Die Erde kreuzt alljährlich Mitte August die Staubspur, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlässt. Wenn diese Staubpartikel mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen sie dort und rufen in der Luft Leuchteffekte hervor.
Der Name des Meteorstroms kommt daher, weil es so aussieht, als würden Sterne aus dem Sternbild des Perseus fallen. Der Sternschnuppenschauer wird auch “Tränen des Laurentius” genannt, weil sein Erscheinen mit dem Namenstag des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt und als Tränen des Himmels über dessen Martyrium gedeutet wurden.
Mondfinsternis für Frühaufsteher
Nur zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis gibt es quasi zum Abschluss des “Astro-Augusts” in der Morgendämmerung des 28. August eine partielle Mondfinsternis, die hierzulande teilweise zu sehen ist. Der Mond geht dabei während der partiellen Verfinsterung unter. Das Himmelsschauspiel beginnt um 4.34 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde. Etwa eine Stunde lang kann man die wachsende Bedeckung beobachten, ehe der Mond vor der stärksten Verfinsterung kurz nach 6.00 Uhr unter- und die Sonne um diese Zeit aufgeht.
Wer das eine oder andere Himmelsschauspiel versäumt, hat im kommenden Jahr die nächste Gelegenheit: Am 2. August 2027 gibt es eine von Europa aus partielle Eklipse der Sonne zu sehen, mit einer maximalen Verfinsterung von 56 Prozent. Weniger Spektakuläres hat der Mond 2027 zu bieten: eine Halbschatten-Mondfinsternis am 20. Februar.
(SERVICE – WAA-Infos zur Sonnenfinsternis: ; zur Mondfinsternis: ; zu Meteorströmen: )