Spritpreise blieben knapp unter 2 Euro

10.03.2026 • 08:52 Uhr
Spritpreise blieben knapp unter 2 Euro

Der österreichweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel lag gestern, Montag, bei 1,959 Euro. Am teuersten war es in Salzburg und Tirol mit 1,969 Euro. Bei Super lag der Schnitt bei 1,729 Euro pro Liter. Hier waren die Schwankungen in den Bundesländern deutlich höher, am teuersten wurde in Tirol mit 1,789 Euro getankt. Dies geht aus dem Spritpreisrechner der E-Control hervor, der täglich um acht Uhr die Durchschnittspreise des Vortages abbildet.

Der massive Preisanstieg am Montag hat mittlerweile in der Politik für Betriebsamkeit gesorgt, auch wenn mit unterschiedlichen Ansätzen. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) stellte am Montag eine zeitweise Senkung der Steuern auf Treibstoffe in den Raum. Welche Steuern konkret und in welchem Ausmaß reduziert werden könnten, sei Gegenstand der Verhandlungen, hieß es dazu aus dem Bundeskanzleramt zur APA.

Steuersenkung oder Preisdeckel

Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) wiederum sprach sich für einen Preisdeckel nach “kroatischem Vorbild” aus. Dieser sehe im Wesentlichen vor, die Gewinnmargen für Raffinerien und Tankstellenbetreiber zu begrenzen, wobei sowohl der internationale Rohölpreis als auch bestehende Steuern Teil der Preisbildung bleiben würden. Ein “sofortiges Eingreifen” forderte am Montag FPÖ-Chef Herbert Kickl.

Wifo-Chef Gabriel Felbermayr hatte sich zuvor gegen einen Preiseingriff zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. “Ich denke, es müssten die Preise nochmal deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre”, sagte der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) am Sonntag.

Der industrienahe Think Tank Agenda Austria verwies heute auf den Anstieg beim CO2-Preis als Teil des Spritpreises. Bei einem Super-Preis von 1,70 fließen rund 12,5 Cent als Klimaabgabe ins Budget. Wobei der CO₂-Preis im Jahr 2022 lediglich bei 6,8 Cent gelegen sei. “Günstiger Sprit wäre politisch einfach: Steuern senken. Doch in der Realität steigen sie”, kritisiert Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera. Gleichzeitig warnt er vor Preiseingriffen: “Billiger Sprit per Gesetz klingt gut, produziert aber Knappheit statt Lösungen.”

Ölpreise geben nach

Der Ölpreis hat am Dienstag den Rückgang vom Vorabend fortgesetzt. Nachdem die Notierung für Rohöl der Sorte Brent zu Beginn der Woche wegen des Iran-Kriegs zeitweise bis auf knapp 120 US-Dollar (159 Liter) und damit auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen war, hatte bereits am Montag im Handelsverlauf eine Gegenbewegung eingesetzt. Diese hatte sich dann am Abend nach Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump beschleunigt. Am Dienstagmorgen wurde Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai bei 93,14 Dollar je Barrel gehandelt und damit knapp sechs Prozent unter dem Niveau vom Vortag. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Beginn des Kriegs Ende Februar ist der Rohstoff aber immer noch knapp 30 Prozent teurer.