Steigende Kosten belasten Takaichis Umfragewerte

Die Zustimmungswerte für die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sind wegen der steigenden Lebenshaltungskosten auf den niedrigsten Stand seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr gefallen. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der Zeitung “Yomiuri” sank die Zustimmung zu ihrer Regierung im Juli auf 57 Prozent von 69 Prozent im Juni. Der Anteil derer, die ihre Regierung ablehnten, stieg demnach auf 34 Prozent von 21 Prozent.
71 Prozent der Befragten waren mit den Bemühungen der Regierung unzufrieden, die steigenden Lebenshaltungskosten zu bekämpfen. Neben der sinkenden Popularität hat Takaichi mit weiteren Problemen zu kämpfen. Ihre expansive Finanz- und Geldpolitik trieb die Anleiherenditen in die Höhe und ließ den Yen auf ein 40-Jahres-Tief einbrechen. Der Marktdruck und der Widerstand aus ihrer eigenen Regierungspartei haben zudem die Entscheidung der Regierung verzögert, ob und wann eine Abgabe von acht Prozent auf Lebensmittel gesenkt wird. Takaichi hatte dies als Entlastung für die Bürger versprochen.
Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete am Freitag, Takaichi könnte ihr Kabinett im August oder September umbilden. “Ihre Zustimmungswerte sind im Vergleich zu früheren Regierungen weiterhin hoch, so dass Takaichis politischer Rückhalt nicht wackelt”, erklärte Kenji Yamamoto, Chefvolkswirt bei Daiwa Securities. “Es ist jedoch auch wahr, dass das enorme politische Kapital, das sie durch den Sieg bei den Unterhauswahlen gewonnen hat, allmählich schwindet.” Im Mittelpunkt stehe nun, welche Botschaft Takaichi mit der Kabinettsumbildung über den Kurs ihrer Reflationspolitik aussendet.
Die Bank von Japan hatte die Zinsen im Juni auf ein Prozent angehoben, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Die realen Kreditkosten bleiben jedoch negativ, da die Inflation seit fast vier Jahren um das Ziel von zwei Prozent schwankt. Staatliche Subventionen für Kraftstoffe trugen dazu bei, die Kerninflation im Juni den fünften Monat in Folge unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank zu halten. Analysten erwarten jedoch, dass die Kerninflation im Laufe des Jahres wieder über zwei Prozent steigen wird.