Sturm attackiert in der Rumpfrunde die Tabellenspitze

Die dem Europacup geschuldete Schonung von Salzburg, Rapid, Austria und des LASK bringt in der Fußball-Bundesliga ein “Wochenende light”. Die Rumpfrunde des vierten Spieltags geht mit zwei Partien am Samstag über die Bühne, Vizemeister Sturm Graz könnte dabei zumindest vorläufig die Tabellenspitze erobern. Die Blackys erwarten Aufsteiger Austria Lustenau (19.30 Uhr) als haushoher Favorit, schon davor peilt Hartberg in Altach die ersten Saisonpunkte an (17.00).
Sturm – Lustenau: Blackys verteidigen Traumbilanz
Statistisch gesehen, braucht Lustenau die Reise nach Graz gar nicht erst anzutreten. In neun Gastspielen in der steirischen Hauptstadt kassierte man ebenso viele Niederlagen, das Torverhältnis ist mit 4:37 niederschmetternd. Insgesamt gewann Sturm 20 von 21 Duellen in Liga und Cup und gab nur beim ersten Liga-Aufeinandertreffen 1997 Punkte ab (1:1). Sturm gewann 15 BL-Spiele in Folge gegen Lustenau – das gelang zuvor keinem Team gegen ein anderes in der Bundesliga. Zudem blieben Sturm in dieser Woche Europacup-Strapazen erspart, man sei “frischer im Kopf”, sagte Coach Fabio Ingolitsch, der mit seinen Kickern auch intensiver an den Abläufen feilen konnte.
Der Saisonstart sei durch das 1:1 bei der WSG Tirol zwar nicht makellos, aber doch “sehr zufriedenstellend”, lobte Ingolitsch seine “extrem junge und lernfähige Mannschaft”. Personell müsse man nach den Abgängen von Jeyland Mitchell und Ryan Fosso aber dennoch nachrüsten. In der Innenverteidigung jedenfalls sei man auf der Suche nach einem Mann “mit Topspeed und Größe auf Hochtouren unterwegs”. Im Sturm soll ja Altachs Yann Massombo ante portas stehen, zum Tauziehen um den 26-Jährigen wollte man sich am Freitag aber nicht äußern. Die Vorarlberger seien jedenfalls ein “mutiger, frecher Aufsteiger”, der “eine gewisse Euphorie” ausstrahle und sicher darauf aus sei, “einen ‘Großen’ zu ärgern”, wie Ingolitsch warnte.
Lustenau holte sich mit seinem ersten Dreier zuletzt Mut, um das Unmögliche möglich zu machen. Das 2:1 gegen den WAC soll Halt geben. “Wir stehen jetzt mit vier Punkten da – das passt”, ist Trainer Markus Mader mit dem Saisonstart zufrieden. Nach Ried, dem GAK und Wolfsberg wartet mit Sturm jedoch nun der erste große Name auf den Liga-Rückkehrer. “Sie haben eine unglaubliche individuelle Qualität im Kader. Nicht umsonst sind sie einer der Favoriten auf die Meisterschaft. Da kommt schon einiges auf uns zu”, meinte Mader. Ihm stehen alle Mann zur Verfügung. Neu im Kader steht der brasilianische Rechtsverteidiger Anilson. Ganz vorne soll Antonio Verinac nach seinem jüngsten Doppelpack erneut den Vollstrecker geben.
Altach – Hartberg: Steirer wollen endlich anschreiben
Knappe 0:1-Niederlagen gegen Rapid und Sturm, dazwischen ein 3:1 über die WSG Tirol – Altach hat sein Soll zum Saisonstart zumindest erfüllt. Logisch, dass die Rheindörfler in ihrer “Festung” Schnabelholz jetzt nachlegen wollen, seit Beginn der Vorsaison ging man zuhause in 17 Partien nur zweimal leer aus. Einmal mehr fehlen wird Stürmer Massombo, der in der Vorwoche im Gezerre um einen Wechsel zu Sturm Graz in Streik trat. Man habe in den vergangenen Tagen “zahlreiche Gespräche” mit Sturm, der Liga, Massombo und seinen Beratern sowie Juristen geführt und werde sich Anfang kommender Woche zur weiteren Vorgehensweise äußern, ließ der Club am Freitag wissen.
Trainer Ognjen Zaric wird wohl wieder auf die Startelf vom 0:1 gegen Sturm setzen, der 37-Jährige lobte gerade die erste Hälfte in Graz retrospektiv als “bestes Spiel vom SCR, das ich gesehen habe. Das wollen wir ins Spiel bringen, auch wenn das ein komplett anderer Gegner ist.” Hartberg sei trotz seiner bisherigen drei “Nuller” alles andere als zu unterschätzen. “Man muss schon sehen, gegen wen sie gespielt haben”, betonte Zaric. “Fakt ist, dass sie über Jahre hinweg in der Endabrechnung besser abgeschnitten haben als wir.”
Tatsächlich darf Hartbergs Saisonstart mit drei Niederlagen (Torverhältnis 0:5) als misslungen bezeichnet werden – wenngleich die Gegner mit Salzburg, Sturm und Austria durchaus knackig waren. Umso mehr stehen die Steirer nun aber unter Druck, gegen Altach zumindest anzuschreiben. Zumindest die Bilanz ist verheißungsvoll. Gegen kein anderes Team der Liga konnten die Hartberger häufiger gewinnen, seit zehn Spielen sind sie gegen die Vorarlberger ungeschlagen, und auch die vergangenen fünf Auswärtsspiele endeten ohne Niederlage. Trainer Markus Schopp glaubt an den vollen Erfolg: “Das Ziel muss es sein, unser Spiel über 90 Minuten auf den Platz zu bringen. Wenn uns das gelingt, werden wir mit drei Punkten aus dem Ländle nach Hause fahren.”