Sturzflut im Himalaya – UNO-Hilfsappell um 50 Mio. Dollar

Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya haben die Vereinten Nationen einen Hilfsappell im Umfang von fast 50 Millionen Dollar an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Die Summe werde für die Versorgung von mehr als 84.000 Katastrophenopfern in Nepal benötigt, erklärte die UNO am Freitag. Das Geld solle vor allem für Nahrungsmittel, die Trinkwasserversorgung, Medikamente und Notunterkünfte ausgegeben werden.
Im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet hatte sich am 26. August eine Sturzflut ereignet. Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7.000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Eine dadurch ausgelöste gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.
Nach Angaben der nepalesischen Behörden und chinesischer Staatsmedien wurden bis Freitag mindestens 1.308 Todesopfer geborgen: 1.287 in Nepal und 21 in Tibet. In Nepal wurden demnach noch 5.083 Menschen vermisst und in Tibet 541 weitere.
“Die Zeit spielt gegen uns”
“Die Zeit spielt gegen uns”, erklärten die in Nepal vertretenen UNO-Organisationen. “Die Überschwemmungen haben fast alles fortgerissen, was den Überlebenden das tägliche Überleben ermöglicht hätte.” Zugleich warnte die UNO, dass unter anderem durch verwesende Todesopfer und Tierkadaver das Risiko für ansteckende Krankheiten zunehme. In Notunterkünften seien bereits Fälle von Fieber und Durchfall aufgetreten.
Die UNO hatte den Umfang der Katastrophenschäden allein an den Gebäuden auf 158 Millionen Dollar beziffert. Die nepalesische Regierung bezifferte die Kosten für den Wiederaufbau auf “mehrere Milliarden Dollar”.