Swiftair muss nach tödlichem Absturz Schadenersatz zahlen

28.09.2026 • 13:01 Uhr
Swiftair muss nach tödlichem Absturz Schadenersatz zahlen

Zwölf Jahre nach dem tödlichen Absturz einer Linienmaschine in Mali ist die spanische Fluggesellschaft Swiftair zur Höchststrafe von 225.000 Euro verurteilt worden. Ein Gericht in Paris sprach die Gesellschaft am Montag wegen fahrlässiger Tötung schuldig. Versäumnisse von Swiftair bei der Ausbildung und dem Training der Besatzung hätten zu dem Absturz im Juli 2014 beigetragen, befanden die Richter. Bei dem Absturz waren alle 116 Insassen der Maschine ums Leben gekommen.

“Wenn die Piloten vernünftig ausgebildet worden wären, wären unsere Angehörigen noch am Leben”, sagte Claude Floury, dessen Tochter Katell bei dem Absturz starb, nach der Urteilsverkündung. Er sei erleichtert, dass die Fluggesellschaft zur höchstmöglichen Strafe verurteilt wurde. “Aber wenn man nachrechnet, ergibt das weniger als 2.000 Euro pro Opfer.”

Maschine geriet in Gewittergebiet

Swiftair hatte die Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD-83 samt sechsköpfiger Besatzung an die Fluggesellschaft Air Algérie vermietet. Am 24. Juli 2014 war die Maschine in ein Gewittergebiet geraten. Dennoch aktivierte die Cockpit-Crew nicht das Anti-Vereisungssystem, sodass sich in den Druckmessgeräten Eiskristalle bildeten. Die Triebwerke drosselten daraufhin automatisch das Tempo, ohne dass die Piloten angemessen reagierten, und die Maschine stürzte ab.

Den Ermittlungen zufolge hatte der Bordkommandant des Flugzeugs ein vorgeschriebenes Auffrischungstraining zum Thema Anti-Vereisungssystem nicht wahrgenommen. Er und seine Kopilotin seien zudem “Saisonkräfte” gewesen und gerade erst aus einer mehrmonatigen Pause an den Steuerknüppel zurückgekehrt.