“Teufelsaustreibung” in Kärnten endet vor Gericht

21.08.2026 • 13:53 Uhr
"Teufelsaustreibung" in Kärnten endet vor Gericht

Weil er seiner Schwester den Teufel beziehungsweise Dämonen austreiben wollte und sie dabei gefesselt und gequält haben soll, muss sich am übernächsten Montag ein Kärntner vor einem Schöffensenat am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Dem Mann wird Freiheitsentziehung vorgeworfen, ihm drohen ein bis zehn Jahre Haft, teilte das Landesgericht Klagenfurt mit.

Die Tat soll sich im Mai ereignet haben. Die Schwester des Mannes leide an paranoider Schizophrenie, so das Gericht. Das habe der Angeklagte, der momentan eine Haftstrafe absitzt, negiert und wollte ihr den Teufel austreiben. Dazu habe er die Frau etwa 20 Stunden lang abwechselnd mit einer Katzenleine und mit einem Gürtel an Händen und Beinen gefesselt. Dadurch habe sich die Frau über Stunden hinweg fast nicht bewegen können. Außerdem habe er ihr zwei Stunden lang den Mund mit Klebeband zugeklebt und ihren Kopf fixiert, wodurch seine Schwester auch ohnmächtig geworden sein soll.

Eigentlich steht auf Freiheitsentziehung eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft – geschieht die Tat aber auf solche Weise, “dass sie dem Festgehaltenen besondere Qualen bereitet”, so das Strafgesetzbuch, dann erhöht sich der Strafrahmen auf ein bis zehn Jahre Haft. Der Prozess am Montag, dem 31. August, war vorerst für vier Stunden anberaumt.