Tiefkühlproduzent Ardo schließt 2027 Werk in NÖ
Der Tiefkühlproduzent Ardo Austria Frost GmbH wird sein Produktions- und Verpackungswerk in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich 2027 schließen. Betroffen sind 190 Beschäftigte, für die ein Sozialplan ausgearbeitet wird, wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Das Werk sei “in die Jahre gekommen” und würde “erhebliche Investitionen in Produktion, Verpackung, Lagerhaltung und Versorgungseinrichtungen benötigen”.
“Angesichts der Entfernung zum westeuropäischen Markt und der begrenzten Kostenwettbewerbsfähigkeit gegenüber mittel- und osteuropäischen Ländern lässt sich der österreichische Produktionsstandort nur für den heimischen Markt rechtfertigen”, wurde in der Aussendung weiters festgehalten. Erforderliche Investitionen seien jedoch “erheblich” und für einen “relativ kleinen heimischen Markt” zu groß.
Vertrieb soll künftig von neuem Standort im Raum Wien betrieben werden
Nicht von der Schließung betroffen sein sollen Mitarbeitende im Vertrieb und im Vertriebsinnendienst. Sie werden laut Ardo künftig voraussichtlich von einem neuen, noch festzulegenden Standort in der Region von Wien aus arbeiten können.
Der Geschäftsbetrieb in Groß-Enzersdorf wird laut Plan bis Dezember 2026 in der Gemüseproduktion fortgeführt. Ab August 2027 beabsichtigt Ardo, den Fokus in Österreich auf den Vertrieb zu legen, wobei Gemüse aus anderen Werken geliefert werden soll. Christian Karwen, Werksleiter bei Ardo Austria Frost GmbH, betonte in der Aussendung, dass gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Sozialplan für die 190 Ardo-Mitarbeiter ausgearbeitet werde. Dieser soll soziale Kriterien berücksichtigen sowie “den beabsichtigten schrittweisen Auslauf der Aktivitäten hier in Österreich” unterstützen.
Einen raschen Sozialplan und eine Arbeitsstiftung für die betroffenen Beschäftigten forderte die Gewerkschaft PRO-GE in einer Aussendung. Auch SPÖ-Landesparteichef Landesrat Sven Hergovich sprach sich für die Prüfung einer Arbeitsstiftung aus. Das Land sei gefragt, “gemeinsam mit dem AMS, den Sozialpartnern und den vorhandenen Arbeitsmarktinstrumenten müssen frühzeitig Qualifizierungs-, Vermittlungs- und Unterstützungsmaßnahmen vorbereitet werden”, verlangte Hergovich. Einen weiteren Aspekt brachte die Landwirtschaftskammer Niederösterreich ins Spiel. “Die Schließung des Werks betrifft nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie trifft auch rund 500 Bauernfamilien im Marchfeld, der Gemüse- und Kornkammer Österreichs, und damit auch die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln”, sagte Vizepräsident Lorenz Mayr.