Tiroler Gletscherstraße bald offen, Ersatzstraße im Pitztal

Nach Murenabgängen vor rund einer Woche im Tiroler Kaunertal (Bezirk Landeck) und Pitztal (Bezirk Imst) hat es am Montag positive Neuigkeiten gegeben. Als Ersatzstraße für die zerstörte Pitztalstraße (L16) wurde im betroffenen Bereich eine Ersatzstraße errichtet, die ab Montag um 19.00 Uhr in beide Fahrtrichtungen einspurig mit Ampelregelung für den Verkehr freigegeben werden kann. Die schwer beschädigte Kaunertaler Gletscherstraße wird indes wohl am Dienstag offen sein.
Intensive Arbeiten der Straßenmeisterei Zams habe die schnelle Errichtung der Ersatzstraße im Bereich der Weiler Eggenstall und Hairlach im Gemeindegebiet von St. Leonhard im Pitztal ermöglicht, teilte das Land am Montag mit. Durch die neue Straße, die breiter als die bisherige Umfahrungsstraße sei, könnten nun auch wieder Reisebusse und Lkw mit Anhänger sowie Sattelkraftfahrzeuge in das hintere Pitztal gelangen. Die Länge der Umfahrung sowie der Ampelphasen habe zudem wesentlich verkürzt werden können.
Die Sanierungsarbeiten an der Pitztalstraße und an der Pitze gingen indessen weiter. Nach dem Entfernen des Gerölls und Schlamms habe erstmals das Ausmaß des Schadens festgestellt werden, hieß es. Und dieser hat es offenbar in sich: Die Bichlbachbrücke sowie die Straßenabschnitte im direkten Nahbereich wurden zerstört und müssten neu errichtet werden. Bis die Pitztalstraße in der ursprünglichen Trassenführung wieder für den Verkehr freigegeben werden könne, werde es nach derzeitigem Stand mehrere Monate dauern. Rund 1.000 Einwohner von verschiedenen Ortsteilen von St. Leonhard im Pitztal waren vergangenen Montag unmittelbar nach den Murenabgängen infolge von Unwettern von der Außenwelt abgeschnitten gewesen.
Positive Nachrichten aus dem Kaunertal
Positive Nachrichten gab es auch aus dem Kaunertal, wo am vorvergangenen Sonntag mehrere Muren auf die Gletscherstraße abgingen. Die Straße werde wohl am Dienstag im Laufe des Tages wieder befahrbar sein, sagte Kaunertals Bürgermeister Christian Kalsberger zur APA. Das Stromnetz sei außerdem “bereits seit Sonntagmittag wieder hergestellt worden”. Zuletzt hatte der landeseigene Energieversorger Tiwag Reparaturarbeiten an einer Stromleitung durchgeführt. Betroffen von der Sperre der Straße waren zuletzt nicht sehr viele Menschen, sondern “lediglich” solche auf Almen. Am vergangenen Montag, dem Tag nach den Murenabgängen, waren binnen kurzer Zeit rund 250 im hinteren Kaunertal “eingeschlossene” Tagesausflugsgäste mit jeweils zwei Hubschraubern der Polizei und des Bundesheeres ausgeflogen worden.