Tiroler Regierung will Bär-“Vergrämung” im Bezirk Landeck

Nach einem Schafriss in Nauders im Tiroler Bezirk Landeck, der wohl auf das Konto eines Bären geht, und mehrmaligen Sichtungen hat die schwarz-rote Tiroler Landesregierung eine Verordnung zu einer “Vergrämung unter bestimmten Voraussetzungen und Besenderung” des Raubtiers auf besagtem Gebiet erlassen. Ab Mitternacht seien dort daher Maßnahmen wie Lichtreize in Verbindung mit akustischen Signalen, Gummigeschosse oder Knallkörper möglich, hieß es am Freitag.
Mit diesen “Vergrämungs”-Maßnahmen wird beabsichtigt, das Tier abzuschrecken und diesem zu zeigen, dass die Nähe zu Menschen unangenehm oder gefährlich ist, ohne es jedoch verletzen oder zu töten, betonte das Land in einer Aussendung. Ebensolche Maßnahmen können nach Kundmachung und Veranlassung im rechtlichen Rahmen der Verordnung für die Dauer von acht Wochen vorgenommen werden.
Weiters ist eine Besenderung eines Bären in diesem Rechtsrahmen erlaubt. Eine solche Besenderung sieht zunächst eine vorhergehende Betäubung des Bären aus sicherer Entfernung sowie ein Anbringen eines GPS- oder Funkhalsbandes vor. Diese Halsbänder senden dann schließlich Positionsdaten des Tiers.
Bär achtmal nachgewiesen
Der genaue Aufenthaltsort des Bären im Bezirk Landeck war vorerst nicht bekannt. Die Ergebnisse der Haarproben rund um das Ende Juni auf einer Alm auf Gemeindegebiet von Nauders gerissene Schaf standen zudem noch aus. Insgesamt sei im Bezirk Landeck seit März jedenfalls “acht Mal ein Bär” nachgewiesen worden. Dabei handle es “mit höchster Wahrscheinlichkeit” um ein und denselben Bären, sagte ein Sprecher des Landes auf APA-Nachfrage. Um das jedoch mit “hundertprozentiger Gewissheit” sagen zu können, brauche es allerdings einen DNA-Nachweis.
Derzeit gebe es keinen Hinweis darauf, dass sich ein Bär Menschen oder dem Siedlungsgebiet nähern würde, betonte das Land außerdem. Monitoring-Maßnahmen – beispielsweise durch Wildkameras – würden aktuell aber unter Einbindung der Jägerschaft intensiviert. Auch die Bevölkerung solle Sichtungen melden.