Tirols TSD kündigt im Jahr 2027 bis zu 70 Mitarbeiter
Die Flüchtlingsgesellschaft Tiroler Soziale Dienste (TSD) hat für das Jahr 2027 die Kündigung von bis zu 70 Mitarbeitern angekündigt. Zudem steuere man “eine Halbierung” der derzeit 45 TSD-Unterkünfte an, hieß es am Dienstag bei einem Pressegespräch in Innsbruck. Die Maßnahmen seien aufgrund von stark sinkenden Asylwerberzahlen notwendig. Bis 2028 wolle man mit den geplanten “Einsparungen in Millionenhöhe” wieder “wirtschaftlich stabil dastehen”.
Hinsichtlich der Notwendigkeit der Kündigungen sprach TSD-Geschäftsführer Florian Stolz von einer eindeutig zu hohen Ausgabenseite, die man rasch und “einschneidend reduzieren” müsse. Dies sei “leider notwendig”. Es gebe jedoch “Sozialpläne”, führte der Geschäftsführer aus, ohne ins Detail zu gehen. Für 2027 passen die ausgegliederten, aber zu 100 Prozent in Landeseigentum stehenden Tiroler Sozialen Dienste jedenfalls sowohl Personal als auch Immobilien “an den aktuellen, realen Bedarf an”, sagte Stolz. “Bis Ende 2026 werden wir unter 2.000 Menschen in der Grundversorgung haben”, argumentierte der Geschäftsführer die anstehenden Entscheidungen. Vor drei Jahren seien es noch über 5.000 Personen gewesen. “Der Trend geht gegenwärtig dahin, dass es 2027 sogar noch wesentlich weniger sein werden”, berichtete der TSD-Verantwortliche.
Das bedeute, dass es zu “zahlreichen Stilllegungen und Schließungen von Unterkünften” kommen müsse. Darunter befände sich etwa eine Unterkunft in Lienz, die mit Ende Jänner 2027 geschlossen werde, oder jene in Bad Häring, die mit April 2027 aufgelassen werde. Auch etwa die Schließung der Unterkunft Gries am Brenner stehe mit Ende Jänner 2027 an, sagte Stolz. Zudem werde es Stilllegungen geben. “Das sind die Unterkünfte, bei denen wir noch nicht aus den Mietverträgen herauskommen”, führte der Geschäftsführer aus. Diese Stilllegungen bedeuteten aber zumindest, dass sich die TSD “Betriebskosten sparen”.
Noch keine konkreten Zahlen zum Einsparungspotenzial
Das genaue, in Zahlen gegossene Sparziel, das sich aus der “massiven Personal- und Immobilienreduktion” ergebe, konnte der TSD-Geschäftsführer auf Nachfrage “noch nicht” nennen. Es stehe demnächst noch eine Aufsichtsratssitzung an, das konkrete Sparpotenzial für 2027 ließe sich dann voraussichtlich erst Anfang Dezember benennen. Klar sei aber jetzt schon, dass die TSD neben Immobilien und Personal auch noch bei “weiteren Kostenpunkten, wie etwa Sachkosten” sparen müssten. An dieser Stellschraube habe man schon bei Einsparungen im Jahr 2025 gedreht, doch das habe “noch nicht ausgereicht”. Damit nahm Stolz auf Sparmaßnahmen in besagtem Jahr Bezug, bei der ein Sparziel von einer Million ausgerufen wurde. Auch erste Kündigungen gab es damals. Für 2027 fallen diese aber nun deutlich einschneidender aus.
Einbrechende Einnahmen durch sinkende Klientenzahlen
Keinesfalls bedeute eine Halbierung der Unterkünfte auch eine Halbierung der Klienten und damit eine Halbierung des TSD-Budgets, konstatierte Stolz außerdem. Es handle sich nämlich bei den Unterkünften, die demnächst geschlossen oder stillgelegt werden, zum Teil auch um “kleinere und kleine Einheiten”. Asylwerberzahlen und damit verbundene Tagsätze von Land und Bund sind die Haupteinnahmequelle für die TSD. Das Jahr 2026 wird die Gesellschaft übrigens mit einem kolportierten Erlös von 37,5 Millionen Euro beenden, während es 2025 noch 43 Millionen Euro gewesen waren.
Abwerzger: Skandalgesellschaft auflösen
Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger forderte unterdessen in einer Reaktion die Auflösung der “Skandalgesellschaft”. Die Flüchtlingsgesellschaft müsse nun “rasch liquidiert werden und die Flüchtlingsagenden wieder ins Landhaus überführt werden”, erklärte Abwerzger in einer Aussendung. Die Auslagerung sei ein “schwerer politischer Fehler der Tiroler ÖVP” gewesen. “Ein totes Pferd soll man nicht länger reiten. Die massive Steuergeldverschwendung in Euromillionen-Höhe durch die Verantwortlichen in der Landesgesellschaft kann ÖVP-Landeshauptmann Anton Mattle niemals schönreden”, attackierte Abwerzger den Landeschef.