Tote nach russischem Angriff bei Saporischschja

Bei einem russischen Angriff in der südostukrainischen Region Saporischschja sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Russland habe zweimal die Stadt Wilnjansk attackiert, schrieb Gouverneur Mychajlo Semikin auf Telegram. Bei den Todesopfern handle es sich um eine 52-jährige Frau und einen 63-jährigen Mann. Zudem sei ein 59-Jähriger verletzt worden. Details zur Art des Angriffs nannte er zunächst nicht. Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt.
Erst am Montag waren bei einem verheerenden russischen Luftangriff auf den Ort Komyschuwacha im Gebiet Saporischschja mehr als 30 Personen getötet worden. In der frontnahen Ortschaft hatten sich Menschen an einer Schule versammelt, um humanitäre Hilfe zu empfangen, als Bomben einschlugen.
Bei weiteren russischen Attacken in der Ukraine seien zwei Kraftwerke in den Regionen Kiew und Schytomyr getroffen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium auf Telegram mit. Außerdem sei ein Frachtschiff nahe der Hafenstadt Odessa attackiert worden.
Ukrainischen Behörden zufolge gab es weitere Angriffe in den Regionen Poltawa, Dnipro, Kirowohrad und Riwne sowie auf die Hauptstadt Kiew. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim kam es nach einem Unfall zu Stromausfällen, Einzelheiten dazu lagen zunächst nicht vor. Zudem brannte ein Logistikzentrum des russischen Einzelhändlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar nach einem Drohnenangriff.
Kiew attackiert Onlinehändler
Unterdessen meldete der zweitgrößte russische Onlinehändler Ozon einen neuen Drohnenangriff auf eines seiner Warenhäuser. In einem Lagerhaus in Adygeisk im Süden Russlands sei in Folge eines Drohnenangriffs ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen auf Telegram mit. Die Mitarbeiter seien daraufhin in Sicherheit gebracht worden, verletzt wurde demnach niemand.
Ozon ist nach Wildberries der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands. Beide Unternehmen werden wegen ihrer dominierenden Stellung im schnell wachsenden russischen Onlinehandel häufig mit dem US-Konzern Amazon verglichen.
Lager leichtere Ziel als Militäranlagen
Die Ukraine greift seit Wochen Logistikzentren beider Unternehmen mit Drohnen an. Kiew begründet die Attacken damit, dass das Unternehmen Komponenten an das russische Militär liefere. Russische Lager sind meist leichtere Ziele als schwer gesicherte Militäranlagen. Die Angriffe darauf haben bereits zu wirtschaftlichen Verlusten in Milliardenhöhe geführt.
Bei früheren ukrainischen Drohnenangriffen waren Schäden aus einem Zentrum in Samara und an Logistikzentren in Machatschkala im Süden Russlands gemeldet worden. Betroffen war außerdem eine Anlage nahe eines Ozon-Standorts am Stadtrand von St. Petersburg.